Während Jules Bianchi um sein Leben kämpft, tauchten am Dienstag neue Spekulationen über den Rennunfall auf. Medienberichten zufolge soll Marussia Bianchi unmittelbar vor seinem Crash aufgefordert haben, trotz der gelben Flaggen nicht langsamer zu fahren. Auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com reagierte Marussia mit einer Presseaussendung, in der der Rennstall die Vorwürfe vehement dementierte.

"Im Verlauf des 14. Oktobers gab es mehrere Medienberichte, die vermeldeten, dass 1. Jules Bianchi unter Gelb nicht verlangsamte, nachdem sich zuvor Adrian Sutil in den nassen Bedingungen von der Strecke drehte und 2., dass das Team Jules angehalten habe trotz gelber Flagge auf dem Gas zu bleiben, um Marcus Ericsson hinter sich zu halten. Marussia ist angesichts dieser Anschuldigungen geschockt und verärgert", hieß es in dem Statement.

"In einer Zeit, in der sich der Fahrer in einem kritischen Zustand im Krankenhaus befindet und das Team klargestellt hat, dass die Rücksichtnahme auf Jules und seine Familie oberste Priorität hat, ist es furchtbar, auf solch tief erschütternde Gerüchte und Ungenauigkeiten in Bezug auf Jules Unfall antworten zu müssen. Nichtsdestotrotz hat das Team keine andere Wahl als klarzustellen, dass die Anschuldigungen absolut falsch sind", teilte Marussia in der Presseaussendung mit.

Bianchis Zustand ist weiterhin kritisch - Foto: Sutton
Bianchis Zustand ist weiterhin kritischFoto: Sutton

Bianchi hat unter Gelb verlangsamt

Als Reaktion auf die Medienberichte nahm das Team Bezug auf beide Punkte und erklärte: "Bezüglich Punkt 1, der besagt das Jules nicht verlangsamt hat. Das ist eine unangreifbare Tatsache, die von den Telemetriedaten belegt wird, die das Team der FIA vorgelegt hat. In der Pressekonferenz, die am Freitag, den 10. Oktober in Sochi stattfand, bestätigte Renndirektor Charlie Whiting, dass das Team die Daten übermittelt hat, dass er selbst die Daten geprüft hat und Jules definitiv verlangsamt hat."

Auch der Funkspruch - "Bianchi did not slow down under yellow. On intercom marussia did push him to go fast for recovering on ericsson. On the records" - auf den sich Auto Bild Motorsport bezog, stritt Marussia vehement ab. "Bezüglich Punkt 2 wurde eine Kopie des Funkspruchs sowie die Abschrift der kompletten Übertragung des Funks zwischen Jules und dem Team an die FIA übermittelt. Aus der Übertragung und der Abschrift geht hervor, dass während der gesamten Phase bis zum Unfall von Jules das Team den Fahrer niemals aufgefordert hat schneller zu fahren oder ähnliche Kommentare mitgeteilt hat".

Marussia hofft, dass mit dieser Presseaussendung es keine weiteren Ablenkungen mehr gibt. Der Fokus des Teams liegt weiterhin auf der Unterstützung von Jules und seiner Familie. "Die letzten neun Tage waren für Jules und seine Familie sehr schwierig. In Folge des Unfalls von Suzuka mussten zahlreiche medizinische Herausforderungen bewältigt werden und die Situation bleibt aufgrund der diffusen axonalen Gehirnverletzungen, die Jules erlitt, herausfordernd. Jules befindet sich weiterhin in einer kritischen, aber stabilen Verfassung", teilte Marussia am Dienstag über den Gesundheitszustand von Bianchi mit.