Der Qualifying-Tag in Russland hat viele Gewinner produziert, und einer davon ist Marcus Ericsson: Der bisher eher ganz am Ende des Feldes anzutreffende Schwede wuchs im Qualifying über sich hinaus und stellte seinen Caterham auf die 17. Position; das Q2 verfehlte er nur um eine Zehntelsekunde. Entsprechend groß war die Begeisterung: "Was für eine großartige Session!", jubelte der 24-Jährige. "Ich bin eine gute Runde gefahren und das Auto hat sich gut verhalten, wir können wirklich zufrieden mit Platz 17 hier in Russland sein."

Bei seinem Beinahe-Einzug ins Q2 ließ Ericsson den waidwunden Felipe Massa, aber auch Pastor Maldonado und seinen Teamkollegen Kamui Kobayashi nebst Max Chilton hinter sich. "Ich bin schon mit einem guten Gefühl im Auto ins Qualifying reingegangen", so Ericsson weiter. "Ich wusste, was ich zu tun hatte, und alles kam sehr schön zusammen. Ich hoffe, dass wir morgen ein gutes Rennen fahren können." Er sei sogar eine kleines bisschen enttäuscht, dass es so knapp nicht für Q2 gereicht hat.

Teamchef Manfredo Ravetti lobte die Bemühungen des Teams: "Wir haben uns immer weiter verbessert und können jetzt sehr zufrieden sein mit dem, was wir heute und in den letzten Rennen erreicht haben, wenn man das mit unseren Leistungen von vor ein paar Monaten vergleicht. Wir haben uns nicht nur vor den Marussia qualifiziert, sondern auch einen Lotus hinter uns gelassen. Überhaupt kämpfen wir mittlerweile konstant mit denen." Er würdigte die Arbeit des Teams seit dem Start der zweiten Saisonhälfte - es gelte nun, den Job zu komplettieren.

Kobayashi hat noch nicht ausgelernt

Kamui Kobayashi ist trotz seiner Orientierungsprobleme optimistisch - Foto: Sutton
Kamui Kobayashi ist trotz seiner Orientierungsprobleme optimistischFoto: Sutton

Kamui Kobyashi war weniger glücklich: "Das ist wirklich nicht das leichteste Wochenende für mich in Russland, weil ich noch nicht so viele Runden abgespult habe und noch immer jedes Mal, wenn ich rausgehe, die Strecke weiter erlerne", sagte der Japaner nach dem 19. Startplatz. "Ich denke, wir haben uns hier in Sochi in kürzester Zeit sehr stark verbessert. Obwohl meine Qualifying-Runde nicht optimal war, haben wir einen Lotus und einen Marussia hinter uns gelassen. Ich denke, ich kann für das Rennen zuversichtlich sein."

Das gesamte Caterham-Team sprach der Familie von Jules Bianchi seine Anteilnahme aus. "Das ist kein einfaches Wochenende für uns von einem emotionalen Standpunkt aus", so Ericsson. "Unsere Gedanken sind immer bei Jules und wir beten für ihn. Wir werden morgen alle für ihn fahren."