Mercedes-Power dominierte die Formel-1-Premiere in Russland, die durch Nico Rosbergs Aufholjagd und wenige Stopps geprägt wurde. Am Ende sicherte sich das Mercedes-Werksteam einen sicheren Doppelsieg vor Valtteri Bottas. Durch dieses Ergebnis hat das Team jetzt schon einen uneinholbaren Vorsprung in der Konstrukteurswertung und dadurch den Titel für das Team bereits drei Rennen vor dem Ende eingefahren.

Mercedes

Lewis Hamilton fuhr seinen 31. Sieg ein - Foto: Sutton
Lewis Hamilton fuhr seinen 31. Sieg einFoto: Sutton

Sonntag: Die Leistung der Silberpfeile im Rennen war wieder eine Klasse für sich. Hamilton kontrollierte das Rennen an der Spitze und sicherte sich Sieg Nummer 31. "Ich bin sehr stolz, zur Arbeit dieses großartigen Teams beigetragen zu haben", betonte Lewis Hamilton, dem auch der Austragungsort sehr gefallen hat: "Die Fans waren fantastisch. Ich wusste nicht, dass hier so viele Menschen die F1 verfolgen, aber sie waren alle auf den Tribünen und sahen begeistert aus! Die Veranstalter haben großartige Arbeit abgeliefert. Der Streckenverlauf, die Oberfläche und die gesamte Veranstaltung: Ich ziehe meinen Hut vor ihnen." Nico Rosberg sorgte selbst für ein spannendes Rennen. Nachdem er sich beim Angriff in der ersten Runde verbremst hatte, musste der Deutsche eine sehr riskante Strategie wählen und fuhr mit einem Reifensatz der Medium-Mischung fast das gesamte Rennen. Dabei kämpfte er sich bis auf Position zwei vor und komplettierte einen weiteren Doppelsieg für Mercedes, der zugleich den Gewinn des Konstrukteurstitel bedeutete. "Wir sind Weltmeister! Ich freue mich sehr für das Team und die gesamte Mercedes-Benz Familie", sagte Nico Rosberg, der von der Haltbarkeit des Reifens überrascht war.

Samstag: Mercedes sicherte sich in der Qualifikation die erste Startreihe, doch es war am Ende eng, denn Bottas stellte noch eine ernste Bedrohung der Pole Position dar. Insgesamt blieben die Silberpfeile in allen drei Sitzungen auf den ersten beiden Positionen und damit ungeschlagen. "Im Qualifying schien es etwas schwieriger zu sein, diese besondere Runde hinzubekommen. Aber ich bin dankbar, dass ich mich verbessern konnte", sagte Lewis Hamilton. Nico Rosberg konnte die Pace von Lewis Hamilton nicht mitgehen und dabei fuhr Hamilton die schnellste Runde des Tages nicht einmal im letzten Abschnitt. "Lewis war heute einfach schneller", gestand Nico Rosberg, der auf jeden Fall ein spannendes Rennen erwartet.
Qualifying-Duell - Rosberg vs. Hamilton: 9:7

Freitag: Das erste Training lief für Mercedes nach Plan. Erst sicherte sich Nico Rosberg die Bestzeit, dann Lewis Hamilton. In der zweiten Session probierte Rosberg ein experimentelles Setup aus. "Das Team entschied sich dazu, zwei verschiedene Setup-Wege einzuschlagen. Ich probierte ein sehr kreatives Setup an meinem Auto aus, das leider nicht funktionierte", relativierte der Deutsche seinen vierten Platz. Dennoch war der Vorsprung vor der Konkurrenz nicht so eklatant wie man vielleicht vermuten könnte.

Williams

Valtteri Bottas besuchte erneut das Podium - Foto: Sutton
Valtteri Bottas besuchte erneut das PodiumFoto: Sutton

Sonntag: Williams beendet das Rennwochenende in Russland mit gemischten Gefühlen. Valtteri Bottas bestätigte mit Leichtigkeit die Rolle des Teams als bester Mercedes-Jäger und fuhr eine weitere Podestplatzierung ein. Doch das eigentliche Zeil konnte das Team nicht erreichen. "Wir gingen mit der Mentalität ins Rennen mit Mercedes um den Sieg kämpfen zu können, doch ihre Pace hat uns etwas überrascht und wir müssen mit einem weiteren dritten Platz zufrieden sein", gestand der Finne. Sein Teamkollege Felipe Massa hingegen musste nach einem Problem mit dem Benzinfluss das Rennen von hinten aufnehmen und wagte eine riskante Strategie, die sich nicht auszahlte, da er hinter Sergio Perez hängen blieb. "Meine Strategie heute wurde vom Verkehr beeinträchtigt und daher konnte ich nicht in die Punkte fahren", erläuterte der Brasilianer.

Samstag: Eine sehr unterschiedliche Qualifikation für Felipe Massa und Valtteri Bottas. Massa hatte Probleme mit dem Motor und kämpfte um den Einzug in Q2, verpasste diesen jedoch. Am Ende blieb für den Brasilianer Rang 18 und viel Arbeit für das Team. "Ich bin sehr enttäuscht, denn das Auto sah konkurrenzfähig aus auf dieser Strecke. Wir hätten zumindest in der zweiten Startreihe stehen sollen, aber ein Problem mit dem Auto hat uns ans Ende des Feldes geworfen", kommentierte Massa die Qualifikation. Bottas hingegen kämpfte sogar bis zum Schluss um die Pole Position und hatte vor den letzten beiden Kurven Vorsprung auf Mercedes. In jedem Qualifikationsabschnitt belegte der Finne die dritte Position und bestätigte die Position als Mercedes-Jäger. "Ich habe in den letzten beiden Kurven zu viel von den Reifen verlangt", gestand Bottas, doch er erwartet ein starkes Rennen: "Wir haben eine gute Pace, sodass wir hoffentlich mit den Mercedes kämpfen und ein weiteres Podestergebnis einfahren können."
Qualifying-Duell - Massa vs. Bottas: 5:11

Freitag: Valtteri Bottas begann extrem stark, ehe sein geplanter Reifensatz durch eine defekte Heizdecke zerstört wurde. Deshalb konnte der Finne lediglich neun Runden fahren. Im zweiten Training blieben ähnlich skurrile Vorfälle aus. Williams zeigte einen soliden Auftritt mit den Rängen fünf und sieben. Bottas versuchte die fehlende Streckenzeit aus dem ersten Training wieder wettzumachen und spulte 33 Runden ab. Damit war der Finne einer der fleißigsten Fahrer in der Session.

McLaren

McLaren eroberte Platz fünf der Konstrukteurswertung zurück - Foto: Sutton
McLaren eroberte Platz fünf der Konstrukteurswertung zurückFoto: Sutton

Sonntag: Der Aufwärtstrend der letzten Rennen wurde mehr als bestätigt, denn in Sochi übernahm McLaren die Position als dritte Kraft hinter Mercedes und Williams. Jenson Button hatte dabei ein eher langweiliges Rennen, denn er hielt sich die meiste Zeit auf Platz vier auf und drehte einsam seine Runden. "Ich hatte einen kleinen Schreckmoment in Runde drei als Fernando [Alonso] und ich uns sehr nah kamen, aber danach war es ein normales Rennen", lautete Buttons Kommentar. Kevin Magnussen hatte eine nicht ganz so gute Ausgangsposition mit Startplatz elf, doch der Däne kämpfte sich schnell auf Position fünf vor. "Ich hatte mich entschieden von Beginn an Vollgas zu geben, um so viele Plätze wie möglich von Startplatz elf zu gewinnen. Es hat funktioniert und ich hatte eine großartige erste Runde", sagte Magnussen.

Samstag: McLaren überzeugte in der Qualifikation mit den Positionen vier und sechs und bestätigt damit den erhofften und angekündigten Aufwärtstrend. Obwohl sie im dritten Training die falsche Abstimmungsrichtung einschlugen, war die Leistung von Jenson Button und Kevin Magnussen stark. Button ist sich noch unsicher, was im Rennen zu erwarten ist. "Unsere Longruns waren recht gut, aber es ist nicht klar, wie viele Boxenstopps die meisten Fahrer machen werden. Wenn man sich hier verbremst, hat man einen Bremsplatten und mit dem wird es unmöglich, mit einem Boxenstopp auszukommen", erklärte Button. Magnussen hat als Handicap fünf Strafplätze für einen Getriebewechsel auferlegt bekommen. "Es wird nicht einfach, da wir im Mittelfeld starten, aber zumindest ist Überholen hier möglich und es gibt eine gute DRS-Zone. Unsere Longrun-Pace war nicht schlecht, daher bin ich optimistisch, dass wir ein paar Plätze gutmachen können", so der Däne.
Qualifying-Duell - Button vs. Magnussen 7:9

Freitag: McLaren kommt in Sochi gut zurecht. Im ersten freien Training stellte Jenson Button seinen MP4-29 auf den dritten Rang. Kevin Magnussen erzielte die fünftbeste Zeit. Noch besser präsentierten sich die beiden McLaren-Piloten im zweiten Durchgang. Kevin Magnussen wies sich als erster Verfolger vom Trainingsbesten Lewis Hamilton aus und wurde Zweiter. Jenson Button landete auf Gesamtrang sechs. Damit setzte die Mannschaft aus Woking auch im zweiten Training ein deutliches Ausrufezeichen in Richtung Force India.

Ferrari

Alonso gelang ein starker Start - Foto: Sutton
Alonso gelang ein starker StartFoto: Sutton

Sonntag: Natürlich war es nicht Ferraris Ziel auf den Positionen sechs und neun ins Ziel zu kommen, doch Fernando Alonso sieht es realistisch: "Wir waren nicht konkurrenzfähig. Das Rennen war in Sachen Spritverbrauch schwierig, besonders am Ende, denn dort musste ich Benzin sparen." Am Start gewann der Spanier gleich einige Positionen, was sein Rennen im Vergleich zum Teamkollegen leichter machte. "Der Start lief sehr gut, doch unglücklicherweise hat mich ein Toro Rosso zur Wand gedrückt als wir auf der Geraden waren und da ich hart bremsen musste, habe ich viele Plätze verloren", erklärte Kimi Räikkönen. Eine schlechte Höchstgeschwindigkeit sorgte jedoch für Probleme beim Überholen und daher blieb der Finne das ganze Rennen auf Position neun hängen.

Samstag: Bei der Scuderia hatte man sich einen anderen Ausgang für die Qualifikation gewünscht. Nach den guten Qualifikationen in Singapur und Japan erwartete Ferrari schon mehr als siebte Kraft zu sein. Besonders Fernando Alonso schmeckt der achte Startplatz nicht: "Bisher waren wir hier nicht konkurrenzfähig, obwohl das Auto sich von der Abstimmung gut verhält und wir fast nichts verändert haben. Wir verlieren kontinuierlich auf der gesamten Runde", ärgerte sich der Spanier. Sein Teamkollege sieht es anders, doch Kimi Räikkönen hatte auch einen deutlich schlechteren Start ins Wochenende. "Das Auto hat sich dank einer Serie von Änderungen verbessert und wir hatten eine gute Pace", sagte Räikkönen.
Qualifying-Duell - Alonso vs. Räikkönen: 14:2

Freitag: Im ersten Training setzte Fernando Alonso ein kleines Ausrufezeichen. Das Ausrufezeichen vergrößerte Alonso nochmal im zweiten Durchgang. Hinter Lewis Hamilton und Kevin Magnussen sortierte sich der zweimalige Weltmeister auf dem dritten Platz ein. Kimi Räikkönen verpasste mit Platz elf die Top-Ten knapp und wurde abermals deutlich vom Asturier auf Distanz gehalten.

Red Bull

Nur an Toro Rosso kamen die Red Bull vorbei - Foto: Sutton
Nur an Toro Rosso kamen die Red Bull vorbeiFoto: Sutton

Sonntag: Bestes Renault-Team zu sein, ist für Red Bull in Russland nur ein geringer Trost. Trotz eines guten Starts mussten sich Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel von schnelleren Konkurrenten regelrecht deklassieren lassen. "Nach dem Start war unsere Speed jedoch nichts Besonderes und wir hatten die gleichen Probleme wie in der Qualifikation", gestand Sebastian Vettel, dem nicht viel mehr übrig blieb, als der Konkurrenz von Mercedes zum Konstrukteurstitel zu gratulieren. Derweil kämpft sein Teamkollege weiterhin mit seinem Startproblem. "Die ersten Runden waren sehr hektisch und wir haben ein paar Positionen am Start verloren. Das müssen wir uns anschauen, denn es ist schon fast Saisonende und ich hatte noch keinen guten Start, was sehr frustrierend ist", erklärte Ricciardo, der am Ende des Rennens zwar auf Fernando Alonso aufholen konnte, jedoch nicht mehr vorbei kam.

Samstag: Nach einem sehr enttäuschenden Freitag verlief die Qualifikation kaum besser. Für Daniel Ricciardo sprang am Ende Position sieben raus, doch zufrieden ist der Australier nicht: "Wir waren immerhin besser als gestern, aber ich hatte auf eine bessere Position als sieben gerechnet", gestand Ricciardo. Die ungewohnten Gripverhältnisse führten auch zu einer anderen Streckenentwicklung, die Red Bull so nicht vorhergesehen hat. "Wir hatten erwartet, dass das Heck mehr Grip hat und die Strecke insgesamt mehr Grip aufbaut", erklärte Sebastian Vettel, der sich in seinem Red Bull nicht wohlfühlte. Man sah den Heppenheimer förmlich in seinem Cockpit kämpfen, doch zum Einzug ins Q3 reichte es nicht. Position elf.
Qualifyingduell - Vettel vs. Ricciardo: 6:10

Freitag: Red Bull kam nur schwer in Fahrt. Sebastian Vettel spulte zwar reichlich Kilometer ab, eine anständige Zeit blieb dem Heppenheimer allerdings verwehrt. "Es sieht danach aus, dass wir hier Probleme haben. Die Strecke ist schön, aber vielleicht nicht für uns gemacht", meinte Vettel. In der zweiten Session musste Daniel Ricciardo seinen RB10 unterverhoffter Dinge abstellen - Motorproblem. Schon zuvor lief für den Australier nicht alles rund - er landete am Ende auf Platz 13.

Force India

Falsche Abstimmung macht das Rennen schwer - Foto: Sutton
Falsche Abstimmung macht das Rennen schwerFoto: Sutton

Sonntag: Force India bereitete im Rennen die Abstimmung mit viel Abtrieb große Probleme, denn aufgrund der fehlenden Topspeed konnten Nico Hülkenberg und Sergio Perez nur sehr schlecht überholen. Hülkenberg hatte es sogar noch etwas schwieriger, denn er musste nach einem Getriebewechsel von Startplatz 17 ins Rennen gehen und dementsprechend mehr Konkurrenten überholen. "Für mich war es ein schwieriges Rennen", gab der Deutsche zu, der sich bessere Chancen mit einem höheren Topspeed ausgerechnet hätte. Sein Teamkollege hatte am Ende des Rennens seine eigenen Probleme, denn er musste nicht nur Sprit sparen, sondern sich gleichzeitig noch gegen Felipe Massa verteidigen. "Ein hart erkämpfter Punkt in einem sehr schwierigen Rennen", fasste es der Mexikaner zusammen.

Samstag: Nico Hülkenberg und Sergio Perez sind in Sochi die Einzigen, die die Power des Mercedes-Aggregats nicht wirklich umsetzen können. Im zweiten Qualifikationsabschnitt kamen die Force-India-Piloten zwar nah an die zehntschnellste Zeit heran, doch sie waren wenige Zehntelsekunden zu langsam und beendeten die Qualifikation daher nur auf den Positionen 12 und 13. Dabei ärgerte sich Perez besonders, da er seiner Ansicht nach den Einzug ins Q3 hätte schaffen können. "Meine erste Runde in Q2 war sehr gut, aber in meinem zweiten Versuch habe ich ein paar Fehler gemacht, die mich zwei Zehntel und einen Platz in den Top-10 gekostet haben", sagte der Mexikaner. Hülkenberg muss noch fünf Strafpositionen zurück, da auch er sein Getriebe wechseln musste. Der Deutsche setzt daher auf das Rennen: "Hoffentlich habe ich einen guten Start und kann ein paar Punkte holen."
Qualifying-Duell - Hülkenberg vs. Perez: 11:5

Freitag: Für Nico Hülkenberg lief das erste Training eher durchwachsen. Der Emmericher spulte 21 Runden in 90 Minuten ab und erkämpfte sich Rang 13. Zu Teamkollege Sergio Perez, der Sechster wurde fehlen ihm allerdings acht Zehntel. Der Deutsche konnte auch im zweiten Trainingsabschnitt des Tages keine Kehrtwende einläuten. Für die beiden Piloten von Vijay Mallya reiche es für ernüchternde Plätze im grauen Mittelfeld des Tableaus.

Toro Rosso

Spritsparmodus reicht nicht für Punkte - Foto: Sutton
Spritsparmodus reicht nicht für PunkteFoto: Sutton

Sonntag: So gut wie die Qualifikation lief, so schlecht lief das Rennen. Beide Toro Rosso-Piloten mussten durchgehend so viel Benzin sparen, dass sie ohne Gegenwehr durchgereicht wurden. Daniil Kvyat versaute sich dann sein Rennen durch einen Fehler noch selbst und musste in den Punkten liegend einen weiteren Stopp einlegen. "Ich hätte vor meinem Heimpublikum gerne ein besseres Ergebnis gezeigt, die mich hier großartig unterstützt hat. Ungeachtet des schlechten Ergebnisses war es großartig an einer so tollen Anlage zu fahren", sagte der Russe. Jean-Eric Vergne ist von der Leistung im Rennen enttäuscht: "Es war ein extrem frustrierendes Rennen. Wir müssen verstehen, warum wir so viel Benzin sparen mussten."

Samstag: Die Überraschung des Tages gelang zweifellos Daniil Kvyat, der in der Qualifikation vor seinem Heimpublikum Position fünf belegte und damit sogar seinen starken Teamkollegen deutlich in die Schranken wies. "Es fühlt sich großartig an, Platz fünf in der Qualifikation bei meinem Heimrennen zu holen", freute sich der junge Russe nach der Qualifikation. Für Kvyat ist es die beste Startposition seiner Formel-1-Karriere und für sein Heimrennen setzt er sich ein hohes Ziel: "Ich werde im Rennen mein Bestes geben und mindestens Platz fünf anpeilen." Sein Teamkollege Jean-Eric Vergne ist mit seiner Qualifikation alles andere als zufrieden. "Ich war heute extrem langsam und ich weiß nicht warum", ärgerte sich der Franzose, der ein Problem am Auto vermutet.
Qualifying-Duell - Vergne vs. Kvyat: 7:9

Freitag: Das Toro Rosso-Duo erwischte eine gute erste Trainings-Sitzung. Lokalmatador Daniil Kvyat zeigte sich 29 Runden lang seinen Fans und erzielte die siebtbeste Zeit. Jean-Éric Vergne wurde Neunter. Insgesamt machte Toro Rosso am Morgen eine gute Figur. Der gute Eindruck vom ersten Training konnte auch in der zweiten Session bestätigt werden. Zwar klagte Daniil Kvyat über Balance-Probleme, dennoch reichte es für den Russen zu P8.

Sauber

Sauber fährt im Rennen hinterher - Foto: Sutton
Sauber fährt im Rennen hinterherFoto: Sutton

Sonntag: Für Sauber war die einzige spannende Szene im Rennen ein Dreher von Adrian Sutil nach einer leichten Kollision mit Romain Grosjean. Ansonsten fuhren Esteban Gutierrez und sein Teamkollege dem Feld hinterher in der Hoffnung auf ein Safety Car, das jedoch nicht kam. "Für die Strategie war es sicherlich nicht ideal, zumal wir gehofft haben, daraus einen Vorteil zu ziehen. Die erhoffte Safety-Car-Phase blieb allerdings aus", erklärte Gutierrez. Hoffnungen auf Punkte hatte sich Sutil ohne Unvorhergesehenes keine gemacht. "Es hat viel gefehlt, um aus eigener Kraft in die Punkteränge zu fahren. Bei den noch ausstehenden Rennen müssen wir weiterhin unser Bestes geben", fügte Sutil hinzu.

Samstag: Sauber lässt zumindest kleine Lichtblicke erkennen. Knapp eine halbe Sekunde fehlte Esteban Gutierrez auf Platz elf. Die Konkurrenten Lotus, Caterham und Marussia sind zumindest in Russland deutlich zurück. Jetzt fehlen nur noch Punkte, um das Wochenende zu perfektionieren. "Ich denke, dass Adrian und ich einen schönen Zweikampf führen, zumal wir ans Limit gehen, was zusätzlich für Spannung sorgt", gab Gutierrez einen vielversprechenden Ausblick auf das Rennen. Adrian Sutil ärgert sich mehr über die verpasste Chance einer besseren Startposition: "Leider konnte ich heute nicht das Maximum herausholen, da ich auf meiner letzten schnellen Runde einen Fehler gemacht habe. Ohne diesen Zwischenfall hätte ich das Qualifying womöglich eine Position weiter vorne beendet, was allerdings keinen grossen Unterschied gemacht hätte."
Qualifying-Duell - Sutil vs. Gutierrez 8:8

Freitag: Sergey Sirotkin erlebte vor heimischer Kulisse seine Formel-1-Premiere. Der Russe setzte seinen Sauber-Boliden auf den Rang 17 und ließ sogar Romain Grosjean hinter sich. Adrian Sutil beendete unter dem noch frischen Eindruck des Bianchi-Crashs das erste Training auf dem 15. Rang. Sauber konnte sich auch nach dem zweiten Durchgang über Platz 15 des Deutschen freuen. Esteban Gutierrez stellte seinen Boliden auf Rang 18.

Lotus

Lotus fand an diesem Wochenende nicht in die Spur - Foto: Sutton
Lotus fand an diesem Wochenende nicht in die SpurFoto: Sutton

Sonntag: Für Lotus geht weiterhin nicht viel in die richtige Richtung. Selbst von Sauber wurden Romain Grosjean und Pastor Maldonado in Sochi deklassiert. Dabei war Grosjean sogar recht zufrieden: "Das Auto war heute in Ordnung, was im Vergleich zu den letzten beiden Tagen eine große Verbesserung war." Doch durch die ungewöhnliche Reifencharakteristik auf dem neuen Kurs hatte der Franzose zu Beginn das Gefühl eines Reifenschadens. Maldonado litt weiter unter einem Problem aus dem dritten Training, da er in der Generalprobe keine gute Abstimmung ausarbeiten konnte. "Wir hatten heute große Probleme mit der Balance und daher war es ein sehr hartes Rennen für uns", gestand der Venezolaner.

Samstag: Trotz vieler Runden gab es bei Lotus nicht viel zu feiern. Romain Grosjean erreichte mit nur einer Zehntelsekunde Vorsprung auf Marcus Ericsson die zweite Runde. Mehr war für den Franzosen jedoch auch nicht drin und mit einem deutlichen Rückstand auf Sauber beendete Grosjean die Qualifikation auf Rang 16. "Es war ein Kampf, heute Grip zu finden, weshalb das Auto schwierig zu fahren war. Die Qualifikation war daher sehr hart. Es ist schade, denn die Strecke ist schön zu fahren, doch man braucht das bisschen mehr Haftung um härter angreifen zu können", erklärte Grosjean. Bei Pastor Maldonado streikte in der Qualifikation erneut die Technik: "Wir konnten nicht härter pushen, da wir Probleme mit der Kraftübertragung hatten." Am Ende reichte es nur zu Position 20 für den Venezolaner.
Qualifying-Duell - Grosjean vs. Maldonado: 13:3

Freitag: Lotus scheint auch auf dem neuen Kurs von Sochi nur Hinterbänkler zu sein. Pastor Maldonado und Romain Grosjean positionierten sich in den ersten 90 Minuten auf Rang 16 und 18. Die beiden Lotus-Kollegen mussten sich sogar dem Sauber von Adrian Sutil geschlagen geben. Nach Ablauf der zweiten Session reihten sich Grosjean und Maldonado auf den Plätzen 16 und 17 ein. Wieder mussten beide Lotus-Piloten dem Sauber von Adrian Sutil den Vortritt lassen.

Caterham

Kobayashi musste das Auto vor der Rennhälfte abstellen - Foto: Sutton
Kobayashi musste das Auto vor der Rennhälfte abstellenFoto: Sutton

Sonntag: Bei Caterham war das Problem die härtere Reifenmischung, die einfach nicht funktionieren wollte. Dennoch war besonders Marcus Ericsson mit dem Rennen zufrieden, da er zumindest zu Beginn mit Lotus und Sauber kämpfen konnte, während Marussia sicher hinter ihm lag. "Es war ein starker erster Stint und ich konnte mich vom Sauber und Lotus hinter mehr ohne Probleme absetzen. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl", sagte der Schwede. Kamui Kobayashi musste sein Rennen nach wenigen Runden wegen eines Temperaturproblems mit der Bremse früh beenden. "Es ist ein enttäuschender Sonntag", gab der Japaner zu.

Samstag: Für Caterham verlief der Samstag überraschend gut und Marcus Ericsson schaffte sogar fast den Sprung in den zweiten Qualifikationsabschnitt. Dadurch war sich der Schwede nicht ganz einig, ob er sich freuen oder ärgern soll. "Was für eine großartige Qualifikation. Es ist etwas frustrierend, Q2 so knapp zu verpassen", fasste Ericsson seine Qualifikation zusammen. Kamui Kobayashi hingegen kam mit der neuen Strecke nicht so gut zurecht, da er insgesamt nur 48 Runden absolvieren konnte. "Es war für mich nicht das leichteste Wochenende, da ich bisher nicht viele Runden fahren konnte und die Strecke noch lerne", sagte der Japaner.
Qualifying-Duell - Kobayashi vs. Ericsson: 11:4

Freitag: Caterham kann einen leichten Aufwärtstrend verzeichnen und distanzierte Marussia. Im ersten Training pilotierte Robert Merhi den Caterham-Boliden und platzierte ihn auf Position 19. Stammfahrer Marcus Eriksson musste sich dem Ersatzfahrer geschlagen geben und wurde lediglich auf Rang 20 gewertet. Im zweiten Training griff Kamui Kobayashi wieder ins Geschehen ein, konnte jedoch seine Leistung nicht abrufen und wurde Letzter.

Marussia

Für Chilton war das Rennen bereits nach wenigen Runden beendet - Foto: Sutton
Für Chilton war das Rennen bereits nach wenigen Runden beendetFoto: Sutton

Sonntag: Marussia konnte in Russland besonders früh einpacken. Mit nur einem Wagen war das Team in Sochi angetreten, um mit dem leeren Boliden in der zweiten Garage die Verbundenheit zum verletzten Jules Bianchi zu signalisieren. Doch nach nicht einmal 10 Runden war für Max Chilton das Rennen bereits vorbei. "Nach einem unglaublich schwierigen Wochenende für das Team hätten wir im Rennen so viel mehr verdient gehabt", sagte der Brite, dessen Problem sich nicht bei einem Boxenbesuch lösen lies. "In der neunten Runde begann ich ein Problem vorne links zu spüren und da es nicht wegging fuhr ich an die Box, damit das Team sich das anschauen kann", fügte Chilton hinzu, der das Rennen daraufhin aufgab.

Samstag: Der einsatzbereite Marussia mit der Startnummer 17 stand auch heute wieder als Zeichen der Verbundenheit in der Garage. Derweil kämpfte Max Chilton nicht nur mit der neuen Strecke, sondern auch mit der Technik. "Wir hatten am Morgen Probleme mit dem Getriebe und haben dadurch den größten Teil des dritten Trainings verpasst, darunter auch den Run mit dem weichen Reifen", erklärte der Brite. Diesen Nachteil auf einer neuen Rennstrecke konnte Chilton mit seinem Material nicht aufholen und landete daher auf dem letzten Platz. Ihm und seinem Team fällt die Normalität am schwersten, was er explizit betonte: "Es ist ohne meinen Teamkollegen nicht das Gleiche."
Qualifying-Duell - Bianchi vs. Chilton: 12:3

Freitag: Für Marussia ging es am heutigen Freitag weniger um das Sportliche, als wieder Normalität in den Renn-Alltag zu bringen. Die Mechaniker präparierten das Fahrzeug von Jules Bianchi so, als könnte der 25-Jährige jeden Moment Platz nehmen. Ein Zeichen der Verbundenheit mit dem schwer verunglückten Franzosen. Alexander Rossi steht zwar auf der offiziellen FIA-Nennliste für das russische Team, wird jedoch nicht starten. Aus sportlicher Sicht musste Max Chilton einen weiteren Tiefschlag hinnehmen. Der Marussia trug im ersten Training die rote Laterne. Dem Briten fehlten knapp drei Zehntel auf den Caterham von Marcus Eriksson.