Das Cockpit-Wechsel-dich-Spiel bei Caterham hat vorerst ein Ende. Kamui Kobayashi wird den Grand Prix von Japan bestreiten - das gab das Team in einer Pressemeldung bekannt. Im Vorfeld des Rennens kursierten Berichte, dass der 23-jährige Spanier Roberto Merhi den Japaner vorerst ersetzen könnte. Dieser wird nun im ersten Freien Training den Boliden pilotieren.

Kamui fährt

Ob Kobayashi allerdings für den Rest der Saison für das Team aus Leafield an den Start gehen wird, ist weiter ungewiss. Die fehlenden Sponsorengelder können durch seine Popularität im Land der aufgehenden Sonne nur schwer wettgemacht werden. Deshalb ist die Kugel im Personal-Roulette auch nur fürs erste zum Stehen gekommen.

Nichtsdestotrotz freut sich der Japaner auf die Aufgabe auf dem Circuit von Suzuka: "Ich freue mich sehr vor meinen japanischen Fans zu fahren. Ich habe ein ganzes Jahr nur auf dieses Rennen gewartet. 2009 habe ich meine erste F1-Session in Suzuka bestritten und 2012 bin ich das erste Mal aufs Podium gefahren." Der Optimismus des Japaners scheint ungebrochen und so glaubt er daran, seinen Fans eine gute Performance bieten zu können.

Ericsson mit guten Erinnerungen

Auch der in dieser Saison glücklose Schwede, Marcus Ericsson, freut sich auf die Traditionsstrecke. "Ich kann es gar nicht erwarten zurück nach Japan zu kommen. Dort habe ich mein erstes Formel-1-Rennen bestritten. Außerdem habe ich gute Erinnerungen an Suzuka, weil ich 2009 die japanische Formel-3-Meisterschaft gewonnen habe", gibt Ericsson zu Protokoll.

Außerdem schöpft der Youngster Zuversicht aus dem couragierten Team-Auftritt in Singapur. "Wir konnten vor unseren Hauptkonkurrenten bleiben. Ich hoffe, dass ich das Beste aus dem Wochenende in Japan machen kann. Das gute Resultat gibt mir aber ein gutes Gefühl, auch im Auto", verriet Ericsson.

Ericsson überzeugte in Singapur - Foto: Sutton
Ericsson überzeugte in SingapurFoto: Sutton

Rein sportlich dürfte Caterham das Rennen mit einem lachendem und einem weinendem Auge betrachtet haben. Ericsson beendete das Rennen auf einem guten 15. Platz, Kobayashi konnte aufgrund eines Defekts noch nicht mal in den Grid rollen. Trotzdem lässt die Performance des Autos Hoffnung aufkeimen. Zudem soll ein neuer Frontflügel für den nötigen Anpressdruck auf der anspruchsvollen Strecke von Suzuka sorgen.

Caterham: Suzuka Bilanz

Caterham in Suzuka: Die mit Abstand besten Platzierungen in Suzuka sprangen für Caterham 2010 heraus, als das Team noch Lotus hieß. Damals wurde Heikki Kovalainen 12., während Jarno Trulli unmittelbar hinter ihm ins Ziel kam.

Kamui Kobayashi in Suzuka: Die große Stunde des Japaner bei seinem Heimspiel schlug 2012, als er in Diensten von Sauber als Dritter den Sprung auf das Podium schaffte. Zwei Jahre davor wurde Kobayashi darüber hinaus Siebter.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint - Manfredi Ravetto, der neue Teamchef von Caterham, hat die Marschrichtung bereits ausgegeben. Man wolle Sauber und Lotus einholen. Ob das allerdings mit einem neuen Frontflügel gerade in Suzuka gelingen sollte, darf bezweifelt werden. Die Posse um Kamui Kobayashi zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison und auch die Führungsebene besticht nicht durch zielstrebiges Arbeiten. Der Zweckoptimismus für den Japan-GP ist zwar löblich, dennoch wird Caterham auch in Fernost die rote Laterne tragen. (Sebastian Knost)