In der Formel 1 weht ein frischer Wind. Nein, es geht nicht um angeblich hässliche Fahrzeugnasen oder nervige Reifendiskussionen. Die Ausgebooteten schlagen zurück! Wer seinen Hut bei einem Team nehmen muss, scheint sich nun auch zu trauen, das von alleine zu sagen. Gemäß dem Motto: "Wenn ich schon gehen muss, dann zu meinen Konditionen!" Sprich: Ich wähle den Zeitpunkt für die Bekanntgabe, nicht das Team.

So war es bei Felipe Massa, der seinen Abschied nach acht Jahren in Diensten der Scuderia am Abend vor der Vertragsbestätigung von Kimi Räikkönen in alle Welt hinaus zwitscherte.

So war es nun bei Sergio Perez, der völlig überraschend ebenfalls am späten Abend seinen Abschied von McLaren bekannt gab - bevor sein Team die Chance hatte, seinen Weggang oder seinen Nachfolger zu verkünden.

So verabschiedete sich Sergio Perez von McLaren - Foto: Twitter/Perez
So verabschiedete sich Sergio Perez von McLarenFoto: Twitter/Perez

Bei beiden ist ein gewisses Maß an Payback in Richtung Team nicht ausgeschlossen. Während es bei Massa und Ferrari wohl relativ egal war und den Kimi-Hype nur verstärkte, dürfte McLaren die Kundgebung des scheidenden Piloten weniger geschmeckt haben.

Immerhin steht am kommenden Wochenende in Austin eine Art Heimrennen für Pérez an - seine Landsleute werden auch in diesem Jahr wieder in Scharen über die Grenze nach Texas strömen und wohl weniger gut auf die Mannschaft aus Woking zu sprechen sein.

Obendrein steht Teamchef Martin Whitmarsh nach seinen ohnehin schon etwas nebulösen Aussagen bei einer Telefonpressekonferenz am Montag nur zwei Tage später etwas blöd da. Eben meinte er noch, es sei gar kein Fahrer-Vertrag für 2014 unterschrieben, dann gibt es plötzlich einen Vertrag mit Button und Pérez ist weg vom Fenster.

Die Entscheidung zugunsten des einen und gegen den anderen Fahrer mag - begünstigt durch womöglich mangelnde Zahlungen des Sponsors - schnell gegangen sein, doch in der modernen F1-Internetwelt schlagen abgesetzte Fahrer postwendend zurück. Die Abrechnung kommt heutzutage per Twitter.