Spät, aber doch kommt es zum ersten Fahrerwechsel in der laufenden Saison. Kimi Räikkönen unterzieht sich einer Rückenoperation, weshalb sich Lotus für die verbleibenden Rennen in Austin und Sao Paulo nach einem Ersatz umsehen muss. Motorsport-Magazin.com gibt einen Überblick über das Feld der potenziellen Kandidaten.

Valsecchi ist bei jedem Rennen vor Ort - Foto: Sutton
Valsecchi ist bei jedem Rennen vor OrtFoto: Sutton

Davide Valsecchi: Als großer Favorit auf das Räikkönen-Cockpit in Austin und Sao Paulo gilt Davide Valsecchi. Der Italiener steht bei Lotus als dritter Fahrer unter Vertrag und ist in dieser Funkion bei allen Grands Prix vor Ort, um im Fall der Fälle, wenn ein Stammpilot ausfällt, in die Bresche zu springen. Valsecchi gewann in der Vorsaison die GP2-Meisterschaft, ist in diesem Jahr jedoch in keiner Rennserie im Einsatz, sondern konzentriert sich ganz auf seinen Job bei Lotus und saß daher auch nur im Zuge der Young Driver Tests im Sommer im Cockpit.

Künftig will der 26-Jährige allerdings wieder aktiv ins Renngeschehen eingreifen und hat auch das Lotus-Cockpit für 2014 noch nicht abgeschrieben. "Ich arbeite für ein Top-Team und bin dankbar für diese Chance, aber klarerweise will ich lieber Rennen fahren. Ich habe immer noch die kleine Hoffnung, dass es nächstes Jahr klappt. Lotus sucht einen Kimi-Nachfolger und ich bin bereit einzuspringen", erklärte der Italiener und schickte selbstbewusst hinterher: "Immerhin habe ich letztes Jahr die GP2 gewonnen. Ich bin einer der besten Piloten, die es außerhalb der F1 gibt."

D'Ambrosio sprang 2012 ein - Foto: Sutton
D'Ambrosio sprang 2012 einFoto: Sutton

Jerome D'Ambrosio: Der Belgier steht bei Lotus als Reservefahrer unter Vertrag und weiß, wie es sich anfühlt, wenn man kurzfristig als Formel-1-Pilot einspringen muss. Im Vorjahr wurde Romain Grosjean als Folge mehrerer Unfälle, die im Startcrash von Spa gipfelten, für ein Rennen aus dem Verkehr gezogen und von D'Ambrosio beim Großen Preis von Italien ersetzt. Der Belgier schlug mehr schlecht als recht und verpasste als 13. die Punkteränge.

2012 absolvierte der 27-Jährige die gesamte Saison für Marussia an der Seite von Timo Glock, konnte in Diensten des Hinterbänklerteams aber wenig überraschend keine Erfolgserlebnisse feiern. Davor nahm der Belgier bereits die Rolle des Testfahrers bei Renault, dem Vorgängerteam von Lotus, ein.

Prost hat nur geringe Chancen - Foto: Sutton
Prost hat nur geringe ChancenFoto: Sutton

Nicolas Prost: Der Sohn von Formel-1-Legende Alain Prost zählt offiziell zum Kader von Lotus und wird als Entwicklungsfahrer geführt. Vierfach-Weltmeister Prost ist Repräsentant für Renault und dürfte keinen kleinen Anteil daran gehabt haben, dass der Sohn es ebenfalls in die F1 schaffte. Nicolas Prosts Chancen, für die letzten beiden Rennen ins Cockpit des E21-Boliden zu klettern, sind allerdings kaum vorhanden. Zum einen zählt Prost mit seinen 32 Jahren nicht zu Jüngsten, zum anderen saß er schon seit Jahren nicht mehr in einem Formelauto.

Lediglich in Abu Dhabi durfte er 2012 einen Tag lang für Lotus bei den Young Driver Tests ran. Damals schätzte er seine Chancen auf einen F1-Einstieg selbst als äußerst gering ein. Prost hat es vielmehr auf die Langstrecke verschlagen. Seit 2007 startete er sechsmal bei den 24 Stunden von Le Mans. In den vergangenen beiden Jahren stieg er an der Seite von Nick Heidfeld und Neel Jani ins Cockpit des Schweizer Rennstalls Rebellion Racing.

Wechselt Hülkenberg das Lager? - Foto: Sutton
Wechselt Hülkenberg das Lager?Foto: Sutton

Nico Hülkenberg: Das Gerücht hatte schon in den vergangenen Wochen die Runde gemacht: Nico Hülkenberg wechselt für die letzten beiden Rennen des Jahres das Cockpit mit Räikkönen. Hülkenberg im Lotus, Kimi wieder im Sauber? Ziemlicher Unsinn, doch nach Räikkönens Saison-Aus steht diese Geschichte wieder zur Debatte. Zwar fehlt der Tauschpartner, doch Hülkenberg soll - wenn der Quantum-Deal klappt - sowieso 2014 für Lotus fahren.

Hülkenbergs Manager, Werner Heinz, hielt sich in der Angelegenheit jedoch erst einmal bedeckt und blockte ab. "Unwahrscheinlich. Mit uns hat keiner darüber gesprochen", so Heinz kurz nach dem Bekanntwerden des Räikkönen-Aus gegenüber der Bild. In Sachen Hülkenberg wird sowieso vieles davon abhängen, doch Lotus das nötige Geld von Groß-Investor Quantum erhält. Seitens Lotus gab es noch keine offizielle Bekanntgabe über den Abschluss des finanziell lukrativen Deals.