Das hat man nun davon, wenn man in der Formel 1 höflich sein will, die Zuhörer aber irgendwie die feinen Zwischentöne nicht ganz mitbekommen: Man wird komplett missverstanden - und weltweit verbreitet sich ganz schnell ein Gerücht, an dem nichts, aber auch gar nichts dran ist. So passiert, als Monisha Kaltenborn auf wiederholte Nachfragen, ob Rubens Barrichello denn eine Option für Sauber für 2014 sein könnte, mit all seiner Erfahrung, die er doch habe, schließlich nur antwortete: "Wir wissen, dass er Erfahrung hat und dass er zurückkommen will, also schau'n wir mal..." Nachdem sie im Übrigen schon einen Einsatz von Barrichello im letzten Saisonrennen 2013 in Brasilien kategorisch ausgeschlossen hatte.

Rubens Barrichello möchte wieder in die Formel 1 - Foto: Sutton
Rubens Barrichello möchte wieder in die Formel 1Foto: Sutton

Anstatt zu merken, dass da nur nicht klar gesagt werden sollte, dass man in Wirklichkeit keinerlei Interesse an Barrichello habe, das aber nur nicht so knallhart heraus sagen wolle, hatten nun einige englische Kollegen in die Aussage hineininterpretiert, Barrichello sei für Sauber eine echte Option für 2014. Eine Nachricht, die natürlich auf kürzestem Wege den Weg nach Brasilien fand - und dort für eine Menge Aufregung sorgte...

Vor allem, weil Barrichello ja seinen Landsleuten immer wieder klarmacht, wie er sich das mit einem möglichen Formel-1-Comeback vorstellt: Er glaubt wirklich, er könne dieses Jahr in Interlagos einfach mal so in ein Auto steigen, nach zwei Jahren Pause auf Anhieb wieder auf Top-Level mitfahren und damit beweisen, dass er auch für 2014 ein wertvoller Cockpit-Kandidat wäre. Was außer ihm selbst zwar in der Formel 1 niemand für möglich hält - auch schon allein angesichts seines Alters von 41 und seines Fitnesszustandes....

Tatsache ist: Barrichello, der ja selbst herum erzählt, immer wieder bei allen möglichen Teams anzurufen, weil er unbedingt in die Formel 1 zurückkommen möchte, nervt damit einige Teamchefs schon gewaltig, zum Beispiel auch Eric Boullier... Die fragen sich, warum der Brasilianer wohl einfach nicht einsehen will, dass seine Zeit in der Formel 1 vorbei ist und er sich mit seiner durchaus nicht erfolglosen fast 20-Jährigen Karriere zufrieden geben kann. Anstatt zu riskieren, sich mit seinem verzweifelten Betteln um einen Platz allmählich lächerlich zu machen.