Trotz der Tatsache, dass die finanziellen Schwierigkeiten bei Sauber offenbar dafür sorgten, dass Nico Hülkenberg seinen laufenden Vertrag mit dem Team kündigte, hat für die Teamchefin Monisha Kaltenborn nie ein Grund zur Sorge bestanden. "Es liefen bereits Gespräche mit möglichen Investoren, neben den russischen Fonds waren auch andere Gruppen interessiert", meinte die Wienerin. "Wir wussten, dass ein Vertragsabschluss aufgrund der Tragweite des Deals einige Zeit dauern würde, aus diesem Grund war es uns auch letztendlich egal, was die Medien über uns schrieben. Wir wussten dass die Zukunft bald gesichert sein würde."

Auch Gerüchte über die Seriosität der neuen Investoren konnte Kaltenborn nicht verstehen: "Wir haben mit diesen Partnern bereits seit einiger Zeit zusammengearbeitet. In letzter Zeit haben wir uns ständig mit dem Deal beschäftigt, es gab nie Probleme. Wir hatten auch andere Optionen, aber diese erschienen uns ganz klar am sinnvollsten."

Der Grund für die Entscheidung ist für die Österreicherin schnell erklärt - der Umfang der zur Verfügung gestellten Geldmittel war neben anderen Faktoren maßgebend. "Die Frage war: Wollen wir einfach nur überleben oder wollen wir vorerst auf dem gleichen Niveau bleiben und uns in naher Zukunft laufend verbessern", schilderte sie die Problematik. Mit dem Abschluss des Deals sei nun eine langfristige Zukunftsperspektive geschaffen und die Fortführung eines weiterhin wettbewerbsfähigen Teams gesichert worden. Dass tatsächlich die Rute im Fenster stand, ist für Kaltenborn ein von den Medien erzeugtes Bild. "Es hätte keinen Sinn gemacht, mit dem Gedanken in die Verhandlungen zu gehen, dass wir entweder den Deal zustande bringen oder zusperren müssen."

Robin Frijns konnte bei den Young Driver Tests bereits im Sauber Platz nehmen - Foto: Sutton
Robin Frijns konnte bei den Young Driver Tests bereits im Sauber Platz nehmenFoto: Sutton

Durch den Deal soll der 17-Jährige Russe Sergey Sirotkin die Chance bekommen, als jüngster Fahrer der Geschichte in die Formel 1 aufzusteigen. Doch vor dem Einsatz des jungen Russen müssen für Kaltenborn noch einige Unklarheiten beseitigt werden. "Wir werden noch intern abklären müssen, wie die Situation bei unserem Reservefahrer Robin Frijns aussieht", meinte sie. Der Niederländer, amtierender Champion in der Formel Renault 3.5, war bei Hilmer Motorsport in der GP2 vor die Tür gesetzt worden - im Gegensatz zu Sirotkin fehlt ihm das Geld. "Er ist aktuell in einer sehr schwierigen Situation. An dem Punkt, an dem er sich in seiner Karriere aktuell befindet, sollte ein junger Fahrer normalerweise möglichst viele Kilometer im Cockpit und die nötige Erfahrung für weitere Schritte sammeln", ist ihr die missliche Lage bewusst. "Wir werden mit ihm wohl noch einige Diskussionen haben."

Persönlich machten der Wienerin in letzter Zeit allerdings andere Gerüchte mehr zu schaffen. "Die Fragen und Gerüchte, die mich betrafen, waren für mich nicht nachvollziehbar, denn das war nie in irgendeiner Form ein Diskussionspunkt. Wir wussten auch nicht, woher das kommt. Es gibt offenbar Menschen, die zu viel Zeit haben und sich damit beschäftigen müssen", zeigte sie sich gegenüber Motorsport-Magazin.com verärgert über die Geschichten, die in den Medien kursierten. Dass diese nur auf die Sensationslust der Journalisten zurückzuführen seien, lässt sie jedoch nicht gelten. "Ich denke, dass ein bisschen etwas davon zum Geschäft gehört, aber es gibt Punkte, bei denen man die Ebene verlässt, die man nicht verlassen sollte."