Carles Sainz Jr.

Zwei stressige Tage liegen hinter Carlos Sainz Jr. Am Donnertag ging es im Toro Rosso um die Strecke, am Freitag wartete der Weltmeisterbolide von Red Bull. Der Spanier sprach von einer unglaublichen Chance, die er aber rechtfertigte. So wenig aufschlussreich die Zeiten der Fahrer auch waren, zumindest schlug Sainz am Donnerstag seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo um 0,215 Sekunden.

Carlos Sainz Jr. kämpfte etwas mit den Nerven - Foto: Sutton
Carlos Sainz Jr. kämpfte etwas mit den NervenFoto: Sutton

Am Freitag ebenfalls ein achtbares Ergebnis. Im Vergleich zum Weltmeister Sebastian Vettel lag er im RB9 nur 0,652 Sekunden zurück - obwohl die Aufregung ständiger Begleiter war. "Es war kein einfacher Tag und ich war definitiv nervös", verriet der Rookie. Die - nach eigenen Aussagen - bisher schönsten Tage in seinem Leben sind nun vorbei, ein gutes Gefühl aber bleibt. "Das ist ein großer Schub für mein Selbstbewusstsein, aber ich bin 18 Jahre alt. Ich bin noch sehr jung und lerne immer noch." Obwohl er selbst weiß, dass noch ein langer Weg zu einer möglichen Formel-1-Karriere vor ihm liegt, eine erste gute Visitenkarte hat er in Silverstone hinterlassen.
Note: 1

Kimiya Sato

Der 24-jährige Japaner Kimiya Sato sorgte im Vorfeld der Young Driver Tests für Schlagzeilen, weil er sich Medienberichten zufolge den Sauber-Test für 250.000 Euro erkauft hatte. Doch gekauft oder nicht, der Rookie absolvierte auf seiner ersten F1-Ausfahrt einen soliden Job. Zwar war er in 1:35.642 Minuten fast drei Sekunden langsamer als Sebastian Vettel, aber Rundenzeiten standen auch nicht auf dem Programm des Japaners. Positiv zu erwähnen ist, dass er vom Speed des C32 nicht überrannt wurde, obwohl der Zeitunterschied auf eine Runde in Silverstone in der F1 und in der AutoGP 16 Sekunden beträgt. "Es ist unglaublich, wie schnell ein F1-Bolide reagiert, speziell beim Einlenken und Bremsen", verriet Sato. Dass es für eine F1-Zukunft bei weitem noch nicht reicht, das weiß auch Sato. "Es ist nicht die richtige Zeit, um zu sagen, ob dieser Test der Beginn einer längeren Beziehung mit Sauber sein wird."
Note: 3

James Calado

James Calado konnte überzeugen - Foto: Sutton
James Calado konnte überzeugenFoto: Sutton

Platz 15 und 3,5 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Sebastian Vettel wirken auf den ersten Blick alles andere als vielversprechend. Doch James Calado hat durchaus bei den Young Driver Tests überzeugen können, wenn auch nicht am letzten Tag, wo er nur kurz zum Einsatz kam. Bei seiner ersten Ausfahrt für Force India am Mittwoch führte er lange die Zeitenliste an. Mit einer Zeit von 1.33.986 Minuten war der 24-Jährige lange der Einzige, der die 1:34-Marke knackte. Am Ende des Tages belegte er Rang vier, sein Rückstand auf den Schnellsten betrug lediglich drei Zehntel. "Es war großartig, dass ich meinen Speed zeigen konnte. Aber keiner weiß, was in der Zukunft passiert", blieb Calado mit den Füßen auf dem Boden.
Note: 2

Will Stevens

"Ich bereitete mich mit Simulatorarbeit auf diesen Test vor, aber eigentlich bereitet dich nichts auf diesen Leistungssprung im Vergleich zu dem vor, was ich bisher fuhr", war das erste Fazit von Will Stevens nach seinem Einsatz am Donnerstag. Platz 13 stand zu Buche, große Sprünge und phänomenale Zeiten waren in einem Caterham auch nicht zu erwarten. Mit seiner Bestzeit von 1:35.155 Minuten ließ er im Vergleich zu Stammfahrer Giedo van der Garde nur rund eine Sekunde liegen - ein achtbares Ergebnis für einen Rookie. Der Zeitenvergleich zu Alexander Rossi - seines Zeichens bereits mehrfach im Caterham unterwegs - lässt aufhorchen. Knappe vier Zehntel verlor Stevens auf den Amerikaner. "Um ehrlich zu sein, brauchte ich nicht lange, bis ich mich im Auto wohlfühlte", freute sich der Brite nach seinem ersten Ausflug in die Königsklasse.
Note 2

Tio Ellinas

Tio Ellinas war schneller unterwegs als Jules Bianchi - Foto: Sutton
Tio Ellinas war schneller unterwegs als Jules BianchiFoto: Sutton

36 Runden, eine Bestzeit von 1:36.678 MInuten und damit um eine knappe Sekunde schneller als Stammfahrer Max Chilton. Der Zypriot kann sich durchaus auf die Schulter klopfen, obwohl dieser Vergleich durch die ECU-Probleme von Chilton sicherlich hinkt. Doch auch hinter Jules Bianchi und Rodolfo Gonzales muss sich Ellinas nicht verstecken. Im Quervergleich schlug er Bianchi sogar um ein Zehntel, Gonzales - immer wieder mit Freitagseinsätzen für Marussia gesegnet - zog ihm nur um drei Zehntel davon. Zeiten und Testfahrten sind bekannter Weise eine schwierige Kombination - besonders in diesem Fall -, doch unabhängig davon muss ein Rookie erst einmal beide deutlich erfahreneren Teamkollegen im Griff haben. "Es war eine fantastische Erfahrung, an die ich mich immer erinnern werde", strahlte der Zypriot im Anschluss.
Note: 2