Alle Augen waren am Donnerstag auf Daniel Ricciardo gerichtet. Der Australier absolvierte für viele seine Bewerbungsfahrt für das zweite Red Bull-Cockpit. In Silverstone war Ricciardo als 'Doppel-Agent' unterwegs. In seinem aktuellen Arbeitsgerät von Toro Rosso konzentrierte er sich am Vormittag auf Reifentests und fuhr in 1:32.972 Minuten die schnellste Zeit.

Zwei Mal Ricciardo vorne - Foto: Twitter
Zwei Mal Ricciardo vorneFoto: Twitter

Am Nachmittag überließ er Carlos Sainz junior das Cockpit und wechselte in den RB9. Auch im RB9 gab Ricciardo zu Beginn den Ton an, was dazu führte, dass er kurzzeitig im Klassement die Plätze eins und zwei belegte. Mit Verlauf des Trainings fuhr Sainz jr. auf Platz zwei, ihm fehlte ein knappes Zehntel auf die Bestzeit. "Das war heute eine unglaubliche Erfahrung. Ich habe noch nie eine derartige Agilität eines Autos erlebt oder einen Richtungswechsel bei 300 km/h. Das war wirklich beeindruckend", schwärmte Sainz jr.

P3 ging dann wieder an Ricciardo im RB9, auf den Plätzen vier und fünf fanden sich Davide Valsecchi (Lotus) und Oliver Turvey (McLaren) wieder.

Die Zwischenfälle: Robin Frijns sorgte für die erste rote Flagge des Tages. Der Sauber-Youngster drehte sich in Kurve 7 von der Strecke und landete im Kies. Das gleiche Schicksal ereilte Daniel Ricciardo im RB9. Er konnte das Training aber fortsetzen. Für den Lacher des Tages sorgte Davide Valsecchi. Das Radio in seinem Lotus fiel aus, somit hörte er die Crew nicht, die in mehrfach zum Stopp aufforderte.

Valsecchi brauchte ein extragroßes Schild - Foto: Sutton
Valsecchi brauchte ein extragroßes SchildFoto: Sutton

Auch das Schild entlang der Boxenmauer übersah der Youngster. Lotus musste zu einem extragroßen Schild mit dem Wort IN greifen, damit Valsecchi endlich begriff und an die Box fuhr. "Es stimmt, dass ich ein paar Mal das Schild übersehen habe. Ich blieb draußen, aber als die Crew mir fast das Schild entgegen warf, war ich der Meinung, dass es doch besser sei an die Box zu fahren", nahm es Valsecchi mit Humor.

Die Technik: Lotus sowie Toro Rosso testeten ein passives DRS-System. Sauber testete am Morgen einen neuen Auspuff und nutzte aerodynamische Sensoren hinter dem Auspuff, um den Luftfluss nachzuverfolgen. Auch Caterham nutzte die Gelegenheit, um neue Teile zu testen. "Das ist eine großartige Chance, denn es bedeutet, dass das Team 2014 keine Teile auf das Auto packt, die noch keinen gefahrenen Kilometer hinter sich haben", sagte Alexander Rossi.

Die Stammfahrer: Paul di Resta saß wie schon am Mittwoch im Force India. Pastor Maldonado und Nico Hülkenberg nutzten ebenfalls die Chance, um sich mit den neuen Pirelli-Reifen vertraut zu machen. Aufgrund der FIA- und Pirelli-Beschränkungen ist es nur den Youngsters erlaubt Setup-Arbeiten und Evaluierungen neuer Teile vorzunehmen. Lotus und Red Bull hatten daher auf einen Einsatz von Räikkönen und Webber verzichtet.