Alex Albon machte sich lange Hoffnungen, 2021 wieder in der Formel 1 am Start zu stehen. Doch nach dem F1-Saisonfinale in Abu Dhabi zog sein Team Red Bull vorerst einen Schlussstrich unter die F1-Karriere - mangels Performance wurde Albon nach 38 Rennen auf die Ersatzbank geschickt. Red Bulls vier F1-Sitze werden nun von Max Verstappen, Sergio Perez, Pierre Gasly und Yuki Tsunoda besetzt.

Für Albon geht es in der zweiten Reihe weiter. Als Test- und Entwicklungsfahrer des F1-Teams von Red Bull sitzt er schon seit Wochen im Simulator. Wenn die Saison startet, darf er immerhin auch wieder Rennen fahren. Allerdings in der DTM, mit der neuen Partnerschaft zwischen Red Bull und den Ferrari-Experten von AF Corse. Wobei dieses Cockpit für Albon eher zum Nebenjob werden wird.

Albon priorisiert Formel 1 - DTM sollte nicht zu schwierig sein

Die Winterpause hat Albon bis jetzt nur mit der Formel 1 verbracht. GT3-Tests zur DTM-Vorbereitung gab es keine, in seiner Karriere hat er bis jetzt gerade einmal zwei Runden in einem GT3-Auto absolviert. "Es wird eine neue Herausforderung, aber es sollte nicht zu schwierig sein. Wenn du Autos fährst, die dermaßen unterschiedlich sind, kann sie das Gehirn trennen. Wie wenn man Kart und Formel 1 fährt. Es wird interessant, auch über GT3 zu lernen - der Fahrstil ist so anders, mit so viel weniger Downforce. Ich freue mich darauf, loszulegen."

Red Bull arbeitet in der DTM mit dem Ferrari-Team AF Corse zusammen - Foto: Red Bull Content Pool
Red Bull arbeitet in der DTM mit dem Ferrari-Team AF Corse zusammenFoto: Red Bull Content Pool

Albon kann dem DTM-Exkurs durchaus etwas abgewinnen: "Es macht Sinn, dass ich in der freien Zeit fahre, mich fit halte - und Rennen sind immer nett. Einfach ins Auto zu kommen, dann sitzt du nicht immer nur rum." Aber: "Von meiner Seite hat die Formel 1 Priorität, das ist ganz klar. Auch Christian [Horner, Red-Bull-Teamchef] und Helmut [Marko, Motorsport-Berater] wissen das. Deshalb wird bei Überschneidungen immer die Formel 1 Priorität haben."

Albon hofft auf Red-Bull-Zukunft in der Formel 1

Von Anfang an war es Red Bulls Plan, dass sich Albon das Auto mit Nick Cassidy teilt. Wenn Albon Formel-1-Verpflichtungen hat, sitzt Cassidy im DTM-Cockpit. Und Formel-1-Verpflichtungen kommen mit dem Testfahrer-Job viele: "Über das Jahr hinweg gibt es viel Simulator-Unterstützung. Ich muss für alle vier Fahrer da sein, auch für AlphaTauri. Wenn irgendwas passiert, muss ich sicherstellen, dass ich für die Teams da bin."

Und aus dieser Position hofft Albon wiederum, dass er sich für 2022 wieder in ein Formel-1-Cockpit zurückkämpfen kann: "Natürlich werde ich [2021] nicht fahren, außer irgendetwas passiert. Ich habe den DTM-Job, den werde ich so gut wie möglich machen. Obendrauf weiß das Team, was ich kann. Sie hätten mich rausgeworfen, wenn sie nicht an mich glauben würden. Von meiner Seite - ich weiß, sie glauben noch immer an mich. Wir müssen einfach abwarten, wie die Dinge dieses Jahr laufen."

Bis zur Sommerpause will sich Albon keine Gedanken über einen Formel-1-Fixplatz machen, und sich rein auf den Job als Testfahrer konzentrieren. Danach ist er für alles offen: "Natürlich muss das erste Ziel Red Bull sein. Da gibt es nicht nur zwei, da gibt es vier Plätze. Das Ziel ist zu warten. Schauen, wie jeder abliefert." Ob Red Bull, AlphaTauri, oder womöglich ganz wo anders - "Das Hauptziel ist es, in einem Formel-1-Auto zu sitzen."

Und die DTM? "Ich werde mein Bestes geben. Wir haben ein gutes Team, mit AF Corse. Ich weiß, da gibt es noch immer Balance of Performance und solche Dinge. Ich muss noch immer verstehen, wie das funktioniert, aber wir haben ein starkes Paket. Ich denke, wir haben drei, vier Tage zum Testen, bevor die Saison startet. Hoffentlich reicht das, um das Auto zu verstehen."