Bei BMW Motorsport ging es in letzter Zeit drunter und drüber. Mit Jens Marquardt verabschiedete sich der Motorsport-Direktor, das Werksprogramm in der Formel E wird Ende 2021 eingestellt und obendrein gaben die Münchner die Trennung von Traditions-Team Schnitzer Motorsport sowie der belgischen Mannschaft RBM bekannt.

Offenbar wird für 2021 auch das Werksengagement in der US-amerikanischen IMSA-Rennserie mit dem BMW M8 GTE verringert, der nur noch bei den wichtigsten Rennen wie in Daytona an den Start gehen soll. Eine offizielle Bestätigung steht aus.

Im Zuge von Sparmaßnahmen und den Auswirkungen der Corona-Krise legt BMW den Fokus erst einmal auf die Entwicklung des BMW M4 GT3. Der neue Kundensportler als ertragreiche Einnahmequelle soll im September 2021 homologiert werden und ab Anfang 2022 an private Teams ausgeliefert werden.

BMW 2021 mit vier M4 GT3 in der DTM?

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com könnte der BMW M4 GT3 schon 2021 an Rennen in der DTM teilnehmen - mit einer Sonderzulassung und außer Konkurrenz fahrend. Sogar vier BMW M4 könnten nächstes Jahr in der Serie an den Start gehen, die nach dem Aus des Class-1-Reglements auf GT3-Boliden setzen will.

Dieses Prozedere ist im Motorsport nicht unbekannt. 2019 nahm etwa Mercedes-AMG mit einer Evolutionsstufe des AMG-GT3 bei Rennen der Nordschleifen-Serie NLS teil. Der Evo-AMG war zu diesem Zeitpunkt noch nicht homologiert und startete deshalb in der SPX-Klasse für Fahrzeuge mit einer Sonderzulassung.

So sieht der neue BMW M4 GT3 aus, Foto: BMW Group
So sieht der neue BMW M4 GT3 aus, Foto: BMW Group

Die Entwicklung des BMW M4 läuft auf Hochtouren. Erst kürzlich wurde das neue Flaggschiff bei winterlichen Temperaturen auf dem Lausitzring getestet. In die Entwicklung involvierte Personen sagen, dass das Auto schon jetzt bereit sei für den Renneinsatz. Nach der viel diskutierten Trennung von Schnitzer Motorsport übernimmt künftig das Team RMG aus Niederzissen beim Nürburgring die weitere Entwicklungsarbeit.

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Großes Fragezeichen hinter BMW M6 GT3

Während Einsätze des BMW M4 GT3 in der DTM 2021 durchaus eine Möglichkeit darstellen, bleibt die Situation rund um das Vorgängermodell M6 GT3 schwierig. Laut Branchen-Insidern schwinden die Chancen immer mehr, dass Kundenteams das einst von Timo Scheider als "Badewanne" betitelte Auto kommende Saison in der DTM einsetzen werden. Audi hingegen plant weiter mit vier Kunden-R8 LMS und mit GruppeM hat sich bereits ein Mercedes-Privatteam zur DTM bekannt.

Der ehemalige Motorsportchef Jens Marquardt wollte beim DTM-Finale in Hockenheim nicht ausschließen, dass kein BMW M6 im Jahr 2021 in der DTM starten wird. "Das Auto wurde mit Fokus auf Langstrecken-Rennen und die dafür speziellen Strecken entwickelt", sagte er. "Ich kann mir den M6 am Norisring mit den Haarnadelkurven schwer vorstellen."

Der nun alleinige DTM-Chef Berger sagte: "BMW hat uns im Vorfeld die Teilnahme an der DTM-Zukunft zugesagt. Sie werden mit dem neuen M4 antreten, die Homologation erfolgt aber erst im Laufe des Jahres 2021. Wir haben eine fixe Zusage für 2022. Wenn die Homologation vollzogen ist, kann es sein, dass er zum einen oder anderen Rennen kommt. Wie es mit dem M6 aussieht, kann ich jetzt nicht sagen."

DTM-Zukunft: Heikle Angelegenheit

Wie viele Teams sich bislang in die GT3-DTM eingeschrieben haben, ist öffentlich nicht bekannt. Berger will zu Beginn des kommenden Jahres weitere Details preisgeben. Bezüglich Kosten, Partnern und Organisation gibt es weiterhin einige Fragezeichen. "Das ist gerade ein heikle Angelegenheit", sagte ein ranghoher Insider kürzlich zu Motorsport-Magazin.com.

Die DTM-Saison 2021 soll Ende Mai mit dem Auftakt auf der neuen Strecke Igora Drive in Sankt Petersburg, Russland beginnen. Das Rennen ist noch nicht final bestätigt worden. Mit dem Norisring, Lausitzring, Nürburgring und Hockenheim finden sich vier Rennstrecken in Deutschland im Kalender mit neun Veranstaltungen. Neben dem Debüt in Monza ist eine Rückkehr an den Red Bull Ring geplant.