Eine große DTM-Karriere endet. Bruno Spengler tritt 2020 nicht mehr an. 15 Jahre lang hat der Kanadier die Tourenwagenserie geprägt wie kaum ein anderer Fahrer. 195 Rennen für Mercedes und BMW, mit dem Titelgewinn 2012 bei der DTM-Rückkehr der Münchner setzte sich Spengler endgültig ein Denkmal. Motorsport-Magazin.com blickt zurück auf Meilensteine in der Laufbahn des 36-Jährigen.

Meilenstein 1: Endlich Meister

Im Herzschlag-Finale 2012 auf dem Hockenheimring gelang Bruno Spengler mit BMW, woran er zu Mercedes-Zeiten so oft haarscharf vorbeigeschrammt war: DTM-Meister. Und das im ersten Jahr nach der Rückkehr der Münchner in die Tourenwagenserie. Und obendrein gegen Sternfahrer Gary Paffett, zu dem Spengler nicht unbedingt das beste Verhältnis pflegte. Größer hätte der Triumph nicht sein können, als er in Hockenheim erstmals die Tabellenführung übernahm und am Ende vier Punkte Vorsprung auf den Briten hatte.

2006, in seinem zweiten DTM-Jahr, unterlag Spengler in der Meisterschaft nur Markenkollege Bernd Schneider. 2007 verpasste Spengler den Titel erneut, beim Hockenheim-Finale musste er sich Audi-Ikone Mattias Ekström mit drei Zählern Rückstand geschlagen geben. 2010 führte Spengler die Gesamtwertung bis zum letzten Rennen an. Beim Finale in Shanghai ging er leer aus und musste mitansehen, wie ihn die Mercedes-Kollegen Paul Di Resta und Gary Paffett überholten.

Meilenstein 2: Der wahre Mister Norisring

Lange Zeit galt Jamie Green wegen denkwürdiger Schlachten und vier Siegen auf dem Stadtkurs als 'Mister Norisring'. Doch spätestens seit diesem Jahr musste er den inoffiziellen Titel an Spengler abgeben. Der BMW-Fahrer triumphierte im Sonntagsrennen - sein fünfter Sieg in Nürnberg und der erste nach zwei Jahren Pause. Sein letzter Sieg davor? 2017, Norisring.

Spengler gelangen in der DTM insgesamt 16 Siege, womit er den neunten Platz in der ewigen Statistik belegt. Unter den 2019 aktiven Fahrern konnten nur Jamie Green und Rene Rast mehr Siege (jeweils 17) vorweisen. Die Gesamtliste führt Bernd Schneider (43) vor Klaus Ludwig (37) an.

Meilenstein 3: Der Podestsammler

Im Starterfeld 2019 zählte Spengler nicht nur zu den erfahrensten, sondern auch zu den erfolgreichsten Piloten. 51 Podiumsplätze in 195 Rennen - kein zuletzt aktiver Fahrer kann eine solche Bilanz vorweisen. Jamie Green (41) und Paul Di Resta (37) folgen auf den weiteren Plätzen.

Spenglers erfolgreichste Rennstrecke war der Norisring, auf dem er neben fünf Siegen auch zehn Podestplätze sammelte. Auch auf dem Nürburgring fühlte sich Spengler pudelwohl und eroberte acht Mal das Podium. Je fünf Mal auf dem Treppchen stand Spengler zudem in Hockenheim, Oschersleben sowie auf dem Lausitzring. In der ewigen Podiums-Statistik ist Spengler Gesamtvierter hinter Schneider (104), Ludwig (80) und Ekström (77).

Meilenstein 4: Das Qualifying-Monster

Kein aktiver DTM-Fahrer konnte mehr Pole Positions erobern als Bruno Spengler. 18 Mal nahm der Fan-Liebling ein Rennen vom ersten Startplatz in Angriff - Platz drei in der ewigen Liste hinter Schneider (29) und Ekström (21).

2006 auf dem Nürburgring erzielte Spengler in der Mercedes C-Klasse zunächst seine erste Pole Position und anschließend den ersten DTM-Sieg. Herausragend: Neun seiner 18 Poles wandelte er in den Sieg um. Nur in den vergangenen Jahren hat er sich schwerer im Qualifying: Seit 2015 gelangen Spengler lediglich zwei Poles.

Vollgas mit BMW-Star Bruno Spengler: (02:02 Min.)

Meilenstein 5: Der ewige Bruno

Bruno Spengler ist einer der wenigen Fahrer in der Geschichte der DTM, der mehr als eine Meisterschaft verdient hätte. Wie gut er war, zeigt ein weiterer Blick in die Statistikbücher. Kein anderer Fahrer in de Geschichte der Serie führte so viele Rennen an wie er: Spengler blickt auf 809 Führungsrunden in 15 Jahren DTM zurück.

Der ewige Geheimfavorit Jamie Green belegt mit 739 Führungsrunden die zweitmeisten aller Fahrer. Überhaupt fuhr Spengler mit 8432 Runden (30.057 Kilometer) die meisten aller Piloten in den Annalen der DTM.

Meilenstein 6: Der Unbezahlbare

Nicht mit Zahlen zu belegen ist Bruno Spenglers unschätzbarer Wert für die DTM. Der Kanadier gehörte seit jeher zu den beliebtesten Fahrern. Spengler war auch einer der Wenigen, der sich nichts vorschreiben ließ und seine Meinung offen aussprach. Knallhart auf der Rennstrecke, ehrlich und stets höflich abseits der Piste: Mit Bruno Spengler verliert die DTM einen ihrer prägenden Figuren.

Bruno Spenglers DTM-Karriere (2005-2019)

Jahr Team Platzierung Erfolge
2005 Mercedes Persson Motorsport P16 --
2006 Mercedes-HWA Vize-Meister 4 Siege, 5 Podien, 2 Poles
2007 Mercedes-HWA Vize-Meister 1 Sieg, 4 Podien, 3 Poles
2008 Mercedes-HWA P5 2 Podien, 1 Pole
2009 Mercedes-HWA P4 3 Podien, 1 Pole
2010 Mercedes-HWA P3 2 Siege, 8 Podien
2011 Mercedes-HWA P3 2 Siege, 5 Podien, 4 Poles
2012 BMW Team Schnitzer Meister 4 Siege, 6 Podien, 3 Poles
2013 BMW Team Schnitzer P3 1 Sieg, 3 Podien, 2 Poles
2014 BMW Team Schnitzer P11 2 Podien
2015 BMW Team MTEK P5 6 Podiums, 1 Pole
2016 BMW Team MTEK P15 1 Podium
2017 BMW Team RBM P13 1 Sieg, 3 Podien, 1 Pole
2018 BMW Team RBM P12 1 Podium
2019 BMW Team RMG P9 1 Sieg, 2 Podien