DTM-Jahresfilm 2019: Die Video-Highlights der Turbo-Saison: (10:12 Min.)

Neue Motoren, neue Fahrer, neue Hersteller: In der DTM-Saison 2019 war einiges geboten - auf und abseits der Rennstrecke. Motorsport-Magazin.com blickt zurück auf die größten Aufreger und kuriose Vorfälle im ersten Jahr der Tourenwagenserie nach dem Ausstieg von Mercedes-Benz.

1. - Glock knallhart

Ist das Glock?! Der BMW-Pilot sorgte schon vor dem Saisonstart für den ersten Aufreger. Kumpel Timo Scheider postete auf seiner Instagram-Seite ein Video, das vermeintlich Timo Glock beim Hantel-Training zeigte. Oberkörperfrei und muskelbepackt bis zum Anschlag! Viele Fans dachten, dass es sich hierbei wirklich um Glock handele. Er und Scheider stifteten mit der Aktion riesigen Wirbel, bis schließlich aufgeklärt wurde: Der muskulöse Herr in dem Video war gar nicht Glock. Tatsächlich handelte es sich um Fitnesstrainer Paul Sklar, der hunderttausende Follower auf Instagram mit Videos und Fotos unterhält - und Glock auf den ersten Blick verblüffend ähnlich sieht.

Sieht Timo Glock verblüffend ähnlich, oder? Fitnesstrainer Paul Sklar - Foto: Instagram/Scheider
Sieht Timo Glock verblüffend ähnlich, oder? Fitnesstrainer Paul SklarFoto: Instagram/Scheider

2. - Safety (Car) First

Eigentlich hätten die neuen Rennwagen die Berichterstattung in den ersten Rennen beherrschen sollen. Stattdessen lag der Fokus auf dem einzigen Fahrzeug ohne Turbo-Motor: dem Safety Car. Acht Rennen, fünf Safety Cars, drei völlig überraschende Sieger: Die erste Saisonhälfte wurde überschattet von Diskussionen über die zahlreichen Safety-Car-Phasen. In Kombination mit frühen Pflicht-Boxenstopps sorgten sie reihenweise für Chaos. Wer hinten stand, hatte oft bessere Chancen auf einen Sieg als die bestplatzierten Piloten des Qualifyings. Erst in der zweiten Saisonhälfte und mit steigender Zuverlässigkeit der neuen Autos kehrte Normalität ein.

Die erste Saisonhälfte war geprägt von Safety-Chaos - Foto: LAT Images
Die erste Saisonhälfte war geprägt von Safety-ChaosFoto: LAT Images

3. - Folgenreiche Kollision

Ein Crash mit Folgen: Im Sonntags-Rennen auf dem Norisring kollidierten die Audi-Speerspitzen Rene Rast und Nico Müller bereits in der ersten Runde und fielen weit zurück. Der Schweizer kassierte eine Durchfahrtstrafe, gab hinterher Rast aber zumindest eine Teilschuld. Für die Aktion kassierte der spätere Vize-Meister intern einen ordentlichen Rüffel. Ab diesem Zeitpunkt wurde die dominante Audi-Mannschaft mit dem Duo Rast/Müller von einer teilweise Teamorder-Debatte verfolgt, angefeuert unter anderem vom zweifachen DTM-Champion Timo Scheider in seiner Rolle als Sat.1-Experte.

4. - Bayern-Shitstorm

Der Vorfall mit Müller war nicht Rasts einzige Kontroverse auf dem Norisring. Im Vorfeld sah sich der zweifache Champion einem kleinen Shitstorm im Internet ausgesetzt, als erste Bilder seines umgestalteten Audi veröffentlicht wurden - mit dem Emblem des FC Bayern auf dem Dach; ausgerechnet beim Stadtrennen in Nürnberg! Rast sah sich genötigt, mittels Videobotschaft darauf hinzuweisen, dass er gar kein Fußball-Fan sei und das Bayern-Design nicht seine Idee war. Später kam heraus: Eigentlich hätten alle Fußball-Vereine beim Turnier, für das Rast Werbung machen sollte, auf den Audis verewigt werden sollen. Weil sich der eine oder andere Klub jedoch querstellte, blieb es beim Logo des FCB auf Rasts RS 5...

Beim Fußball verstehen Manche keinen Spaß... - Foto: LAT Images
Beim Fußball verstehen Manche keinen Spaß...Foto: LAT Images

5. - Der Monaco-Plan

Und noch mal Norisring-Wochenende! Gerhard Berger sorgte für einen medialen Aufreger, als er am Ende einer Presserunde eher beiläufig erwähnte, dass er von einem DTM-Rennen in Monaco träumt. Dieser Wunsch beherrschte die Schlagzeilen am Wochenende und Spekulationen wurden zudem durch den Besuch von Fürst Albert im 'fränkischen Monaco' befeuert. Seitdem ist es allerdings sehr ruhig geworden um diese spektakuläre Idee, deren Umsetzbarkeit sich anzweifeln lässt.

6. - Crash für Millionen

In Brands Hatch machte Pietro Fittipaldi unfreiwillig weltweit Werbung für die DTM. Der Weltmeister-Enkel fabrizierte im Samstags-Qualifying auf nasser Strecke einen dicken Unfall und zerstörte seinen WRT-Audi. Die Bilder gingen um die Welt und wurden sogar im brasilianischen Fernsehen ausgestrahlt - mehr Reichweite geht kaum!

DTM-Unfall: Video zu Fittipaldis Quali-Crash in Brands Hatch: (02:43 Min.)

7. - Unerwarteter Ausraster

Paul Di Resta war in all seinen Jahren in der DTM nicht unbedingt als Emotionsbündel bekannt. Doch beim Heimrennen seines Teams R-Motorsport in Brands Hatch platzte dem Meister von 2010 so richtig der Kragen. Ein lauter Schrei, gefolgt von einem verärgerten "Mein verfi*kter Funk hat nicht funktioniert" ließ den Kommandostand zusammenzucken. Di Resta machte seinem Ärger über die technische Panne - zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit - und 20 verlorenen Sekunden beim Boxenstopp verbal Luft. Unschön fürs Neueinsteiger-Team, aber umso unterhaltsamer für die Zuhörer.

8. - Dickes Ende

R-Motorsport war auch in den achten Aufreger der DTM-Saison 2019 involviert. Nach dem aufsehenerregenden Auftakt ins Jahr, als der Newcomer schon beim Saisonauftakt vier Aston Martin Vantage ins Rennen schickte, platzte kurz nach dem Saisonende die nächste Bombe. R-Motorsport und HWA gaben offiziell die sofortige Trennung ihrer Partnerschaft bekannt. Das hatte sich nach unseren Informationen sogar bereits zur Saisonmitte angebahnt! In welcher Konstellation R-Motorsport in der DTM-Saison 2020 antritt, ist seitdem ein großes Geheimnis.