So hatte sich Mercedes den Auftakt in die neue Saison sicherlich nicht vorgestellt. Lucas Auer flog bei den Testfahrten in Vallelunga nach 14 Runden ab und sorgte damit für ein vorzeitiges Ende. Besonders ärgerlich, da in der DTM-Saison 2018 überarbeitete Rennwagen zum Einsatz kommen, die weniger Abtrieb produzieren und dementsprechend getestet werden müssen - vor allem angesichts der wenigen Testzeit, die Audi, BMW und Mercedes vor dem Saisonauftakt zur Verfügung steht.

Auers Unfall sorgte auch dafür, dass Pascal Wehrlein gar nicht erst ans Fahren kam. Der Mercedes-Rückkehrer hätte am Samstagnachmittag von Auer das Auto übernehmen sollen. "Es war super und cool, wieder in einem DTM-Auto zu sitzen", sagte Lucas. "Leider war es nur sehr kurz, da ich einen Fehler gemacht und einen Unfall gebaut habe. Das tut mir sehr leid für das Team und ganz besonders natürlich auch für Pascal. Aber jetzt blicke ich nach vorne und freue mich auf den nächsten Test."

Fritz: Wo gehobelt wird, da fallen Späne

Mercedes-Teamchef Uli Fritz war natürlich nicht begeistert von Auers Crash, verwies aber auch auf die positiven Aspekte beim gemeinsamen Test der drei Hersteller in Vallelunga. "Bis zum Abflug von Lucas hatten wir trotz der herausfordernden Wetterbedingungen einen guten Test und konnten bis dorthin auch unser Programm wie erwartet bewältigen", sagte Fritz. "Leider fehlt uns nun natürlich ein halber Testtag. Pascals Rückkehr verschiebt sich damit auch nochmal bis zum Test in Hockenheim. Aber so ist es nun einmal: wo gehobelt wird, da fallen Späne."

Audi, BMW und Mercedes hatten beim zweitägigen Test auf der italienischen Strecke ähnlich wie die Formel 1 in Barcelona mit dem Wetter zu kämpfen. Beim Rollout am Donnerstag schneite es sogar in Vallelunga. Am Samstag mussten die Fahrer die Regenreifen auspacken.

Bestzeit für Paffett am Freitag

Ein ordentlicher Testbetrieb war immerhin am Freitag möglich. Gary Paffett fuhr im überarbeiteten Mercedes-AMG C 63 zur Bestzeit in 1:26.751 Minuten und legte dabei 119 Runden zurück. Jamie Green im Audi erzielte eine persönliche Bestzeit von 1:27.692 Minuten und kam auf 105 Umläufe. Dritter war Marco Wittmann, der als einziger BMW-Fahrer seine Runden drehte. Der zweifache Champion landete nach 48 Runden auf dem dritten Platz in der Zeitenliste.

"Wir können froh sein, dass wir gestern so viel Glück mit dem Wetter hatten", sagte Paffett. "In diesem Jahr gibt es einige große Veränderungen an den Aerodynamikteilen des Autos und auch mehr Standardteile. Das sollte hoffentlich dabei helfen, dass das Feld noch ausgeglichener ist. Obwohl man sich das manchmal gar nicht vorstellen kann, so eng wie es in der DTM zugeht."

Paffett: Neues Auto nicht wahnsinnig anders

Nicht ganz klar ist, wie viel weniger Abtrieb die 2018er Autos wirklich haben. Die DTM selbst sprach von ungefähr einem Drittel weniger - was eine kleine Welt für die aero-lastigen Tourenwagen bedeuten würde. Paffett klang da allerdings etwas anders nach seinem Testeinsatz: "Das Auto fühlte sich dadurch aber nicht wahnsinnig anders an. Es hat etwas weniger Abtrieb, aber es ist immer noch ein DTM-Auto. Wir haben in diesem Winter nur sehr eingeschränkte Zeit für Testfahrten, deshalb ist es wichtig, dass wir wie gestern das Maximum herausholen."

So sieht der neue BMW von Marco Wittmann für die DTM-Saison 2018 aus - Foto: BMW Motorsport
So sieht der neue BMW von Marco Wittmann für die DTM-Saison 2018 ausFoto: BMW Motorsport

Bestzeit für Rast am Samstag

Am Samstag griff bei Audi der amtierende Champion Rene Rast ins Geschehen ein und fuhr die schnellste Tageszeit in 1:40.061 Minuten. Wittmann im BMW belegte den zweiten Platz nach 53 Runden und einer persönlichen Bestzeit von 1:42.619 Minuten. Auer kam in seinen wenigen Runden nicht über eine 1:54.666 hinaus.

Marco Wittmann nach seinen Runden in Vallelunga: "Mein erster Eindruck ist, dass das Auto trotz des deutlich verringerten Abtriebs weiterhin eine gute Balance hat. Dennoch ist die Herausforderung, vor allem unter nassen Bedingungen, wie wir sie beim Test hatten, größer geworden. Weitere Erkenntnisse über das Fahrverhalten des neuen Pakets werden wir nun in Hockenheim bei anderen Strecken- und Wetterbedingungen sammeln."

Der nächste und letzte DTM-Test vor dem Saisonstart findet vom 09. bis 12. April auf dem Hockenheimring statt. Dort haben die drei Hersteller zum letzten Mal die Gelegenheit, ihre neuen Rennwagen auszutesten. Danach wird es ernst, wenn die letzte Saison von Mercedes in der DTM Anfang Mai an gleicher Stelle beginnt.