Seit dem Norisring wissen wir: Das Schimpfwort ‚Arschloch´ kostet in der DTM 3.000 Euro. Eine durchaus deftige Geldstrafe, die sich Christian Vietoris wegen seines Ausrasters vor den TV-Kameras einhandelte. Über die Höhe der Summe sind sich Experten und Insider bis heute uneinig. Hätte die Strafe niedriger ausfallen sollen? Direkt vergleichbare Fälle gab es bislang nicht in der DTM - jedenfalls wurde hier ein Exempel statuiert.

Schnell wurden jedoch Rufe laut, ob eine Verwarnung nicht die angemessenere Strafe gewesen wäre, statt Vietoris zur Kasse zu beten. Tatsächlich schmerzt die Geldstrafe den Gönnersdorfer respektive Mercedes jedoch weit weniger. Denn: Verwarnungen können am Ende richtig teuer werden in der Tourenwagenserie!

3 Verwarnungen - ab nach hinten

Laut Artikel 18.2 des Sportlichen Reglements wird ein Fahrer wird nach Auferlegung der 3. Verwarnung beim nächsten Rennen um 5 Positionen in der Startaufstellung zurückver¬setzt. Wird gegen einen Fahrer im Verlauf der gleichen DTM-Saison die 5. Verwar¬nung ausgesprochen, wird er beim nächsten Wertungslauf um 10 Positionen in der Startaufstellung zurückversetzt. Die Verwarnungen werden erst nach der 10-Platz-Strafe komplett gelöscht.

Nun war Vietoris bislang unbescholten und hat aktuell keine Verwarnungen auf dem Konto. Das kann sich allerdings schnell füllen, wie die bisherige Saison mehrfach gezeigt hat. Am Ende wegen eines verbalen Ausrutschers 5 Startplätze zu verlieren, dürfte unterm Strich kostspieliger sein als eine einfache Geldstrafe.

Ekström erklärt Vietoris-Crash: (00:35 Min.)

Vier Fahrer bedroht

Motorsport-Magazin.com liegt die Verwarnungs-Liste der laufenden Saison vor. Sie zeigt: Gleich vier Fahrer müssen schon jetzt bangen, bei der nächsten Verwarnung eine Strafe zu kassieren. Dabei handelt es sich um durchaus prominente Vertreter. Der Meisterschaftsvierte Jamie Green, der Gesamtsechste Robert Wickens sowie Antonio Felix da Costa und Miguel Molina stehen derzeit bei zwei Verwarnungen.

Wickens, eine der Mercedes-Speerspitzen, handelte sich bei den letzten beiden Läufen jeweils eine Verwarnung ein. Am Norisring wurde er für die Kollision mit Edoardo Mortara verwarnt, auf dem Lausitzring infolge des Abdrängens von Marco Wittmann im ersten Rennen. Green sammelte beide Verwarnungen zuletzt beim Stadtrennen in Nürnberg: einmal missachtete er im Rennen die blaue Flaggen, ein anderes Mal rasselte er mit Felix da Costa.

Der Portugiese Felix da Costa, diese Saison nicht selten in Kollisionen verwickelt, kassierte seine beiden Verwarnungen in Spielberg. Insgesamt sprachen die Rennkommissare während des Wochenendes in Österreich fünf Verwarnungen gegen die DTM-Fahrer aus. In der laufenden Saison haben Ekström, Timo Scheider, Marco Wittmann, Daniel Juncadella und Adrien Tambay bislang je eine Verwarnung kassiert.