Miguel Molina hat das Samstagsrennen der DTM am Lausitzring für sich entschieden. Nachdem er am Start zunächst die Führung an Jamie Green verlor, konnte er sich die Spitze wenig später zurückholen und einen komfortablen Vorsprung herausfahren, den er bis ins Ziel retten konnte. Dahinter schaffte es Robert Wickens für Mercedes endlich wieder aufs Podium.

Die Startaufstellung: Audi sicherte sich mit Miguel Molina und Jamie Green die erste Startreihe. Dahinter qualifizierte sich mit Marco Wittmann der erste von zwei BMW in den Top-10. Mercedes brachte mit Wickens, Auer und Vietoris auf den Rängen vier bis sechs immerhin drei Autos unter die ersten zehn. Abgerundet wurden die Top-10 von Ekström, Martin, Tambay und Müller. Tabellenführer Paul Di Resta qualifizierte sich lediglich auf Platz 21.

Miguel Molina fuhr am Samstag auf die Pole - Foto: DTM
Miguel Molina fuhr am Samstag auf die PoleFoto: DTM

Die Performance-Gewichte: Audi bekam nach der ersten Startreihe mit Molina und Green fünf Kilogramm aufgebrummt. Bei BMW durften hingegen fünf Kilogramm abgeladen werden. Audi startete in der Folge mit 1125 kg, BMW mit 1117,5 kg und Mercedes mit 1110 kg.

Der Start: Miguel Molina konnte seine Pole Position nicht verteidigen und musste die Führung an Markenkollegen Jamie Green abgeben. Marco Wittmann hatte einen sehr guten Start, doch er wurde von Robert Wickens ins Gras gedrückt und verlor die dritte Position an den Kanadier, konnte die vierte Position halten. Paul di Resta hatte einen starken Start und kam von Startplatz 21 auf die Position 16 vor.

Der Rennverlauf: In der Anfangsphase wurde sofort viel gedrängelt und gedrückt. Jamie Green übernahm gleich einmal die Führung von Miguel Molina. Dahinter folgte Robert Wickens im besten Mercedes. Gary Paffett beschwerte sich im Funk über einen zu aggressiv fahrenden Adrien Tambay, nachdem dieser ihn von der Strecke gedrängt hatte. Tabellenführer Di Resta beendete die erste Runde nach der verpatzten Qualifikation immerhin auf dem 16. Platz. Im Kampf um Platz zwölf setze sich Timo Glock gegen Adrien Tambay durch.

Felix Da Costa machte von Anfang an Druck und lag nach drei Runden bereits auf Rang 14, nachdem er nur vom 20. Startplatz ins Rennen gegangen war. Weiter hinten im Feld kam es zur Kollision zwischen Esteban Ocon und Martin Tomczyk, die sich in der Folge am Ende des Feldes wiederfanden. An der Spitze erhöhte ab Runde sechs Molina den Druck auf Green, während Lucas Auer im Mercedes auf Rang fünf die bis dato schnellste Rennrunde hinlegte.

Aus für Martin Tomczyk

Nach dem Abschuss durch Ocon war das Rennen für Tomczyk wenig später beendet, nachdem er seinen BMW in Runde sieben an der Box abstellen musste. Molina war derweil im Kampf um die Spitze erfolgreich und eroberte die Führungsposition von Green zurück. Die beiden Audis rissen mit ihrer Pace eine Lücke zu Verfolger Wickens, der sich daraufhin dem Druck von Marco Wittmann ausgesetzt sah. Wittmanns erster Überholversuch in Runde neun schlug allerdings fehl.

Molina schaffte es dann in Runde zehn, den Vorsprung auf Green soweit zu erhöhen, dass dieser aus dem DRS-Fenster herausfiel. Von Green zu Wickens auf Rang drei betrug der Abstand zu diesem Zeitpunkt bereits über anderthalb Sekunden. Wittmann suchte während dessen weiterhin vergeblich einen Weg vorbei an Wickens. Dahinter überholte Edoardo Mortara den BMW von Timo Glock im Kampf um Platz zehn.

Martin Tomczyk hatte als einziger Fahrer einen Ausfall zu beklagen - Foto: BMW AG
Martin Tomczyk hatte als einziger Fahrer einen Ausfall zu beklagenFoto: BMW AG

Molina vollstreckt Green

In Runde 13 war Molinas Vorsprung bereits auf über zwei Sekunden angewachsen. Pro Runde hatte der Spanier seinen Vorsprung jeweils um mehrere Zehntel vergrößert. Statt um den Sieg zu kämpfen, lief Green Gefahr, von Wickens und den dahinter folgenden Wittmann, Auer, Vietoris und Ekström eingeholt zu werden. Nachdem seine Aufholjagd zunächst ins Stocken geriet, konnte Felix Da Costa sie mit einem Überholmanöver gegen Mike Rockenfeller in Runde 18 fortsetzen und übernahm den dreizehnten Platz.

An der Spitze war zu diesem Zeitpunkt alles klar. Molinas Vorsprung auf Green lag konstant bei über zwei Sekunden. Wittmanns Pace allerdings war mittlerweile eingebrochen und der Anschluss auf Wickens und den letzten Podiumsplatz weg. Stattdessen machte Lucas Auer Druck und versuchte in Kurve 1 am BMW vorbeizukommen. Wittmann konnte die Position jedoch verteidigen. Wickens hatte die Lücke zu Green zugefahren und versuchte, den Audi-Doppelsieg zu vereiteln.

Green konnte den Anschluss an Molina nicht halten - Foto: DTM
Green konnte den Anschluss an Molina nicht haltenFoto: DTM

Ekström taktiert mit DRS

Ohne viel Gegenwehr übernahm in Runde 22 weiter hinten im Feld Bruno Spengler die elfte Position von Timo Glock. Marco Wittmann bekam auf Rang vier mittlerweile nicht nur Druck von Auer, auch dessen Teamkollege Christian Vietoris und Mattias Ekström im Audi hatten aufgeschlossen. Ekström hatte sich sein DRS aufgespart, so dass ihm für die letzten neun Runden noch sieben Aktivierungen zur Verfügung standen. Ganz anders Lucas Auer: Er hatte sein DRS-Pulver zur gleichen Zeit bereits verschossen.

In Runde 25 ging Ekströms DRS-Strategie auf, als er Ende der Start- und Zielgeraden an Auer vorbei gehen konnte. Der hatte in der Zwischenzeit mit Vietoris die Plätze getauscht, da dieser im Gegensatz zu ihm noch ein paar DRS-Aktivierungen zur Verfügung hatte, um einen Angriff auf Wittmann zu starten. Sein erster richtiger Angriff war jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Mattias Ekströms DRS-Taktik ging nicht auf - Foto: Audi
Mattias Ekströms DRS-Taktik ging nicht aufFoto: Audi

Keine Bewegung mehr an der Spitze

An der Spitze tat sich auch in den letzten fünf Runden nichts mehr. Wickens folgte Green zwar zunächst noch wie ein Schatten, konnte jedoch keine Attacke auf den zweiten Platz starten und musste in der Folge abreißen lassen. Dahinter ging es weiterhin etwas enger zu. Auer konnte den Anschluss an Ekström trotz seines aufgebrauchten DRS halten. Dieser wiederum konnte aus seiner DRS-Taktik jedoch kein weiteres Kapital schlagen. An den Positionen änderte sich also nichts mehr.

Molina gewann schlussendlich vor Markenkollege Green und Wickens, der mit dem Podium einen kleinen Lichtblick für Mercedes setzen konnte. Dahinter folgten Wittmann, Vietoris, Ekström und Auer. Tabellenführer Di Resta holte keine Punkte und verlor somit die Meisterschaftsführung an Wittmann.

Die Zwischenfälle: Gary Paffett wurde von Adrien Tambay ins Kies gedrückt, was den Briten viele Positionen kostete. In Runde sechs versuchte Esteban Ocon einen sehr optimistischen Überholvorgang, doch statt eines gelungenen Überholmanövers wurde daraus ein Unfall zwischen den Kontrahenten. Für Tomczyk war das Rennen wegen eines Aufhängungsschadens vorbei.

Die Strafen: Adrien Tambay wurde verwarnt, weil er Gary Paffett ins Kiesbett gerückt hatte. Auch für Robert Wickens gab es für den aggressiven Überholvorgang gegen Marco Wittmann eine Verwarnung. Für die einzige echte Strafe sorgte Esteban Ocon mit seiner Kollision gegen Martin Tomczyk. Sein Opfer schied aus und der Franzose musste gezwungenermaßen durch die Boxengasse fahren.

Top-Facts zum Rennen

  • Miguel Molina führt Audi zum Doppelsieg
  • Mercedes mit Wickens wieder auf dem Podium
  • Mattias Ekströms DRS-Taktik geht nicht auf
  • Di Resta verliert Tabellenführung an Wittmann

Die Stimmen zum Rennen

Miguel Molina (Sieger): Es war heute gut. Das Auto war heute sehr schnell, sowohl in der Qualifikation als auch im Rennen. Ich war sehr zufrieden. Ich freue mich für das Team, weil die ersten zwei Rennen nicht gut für uns waren. Letztes jahr war auch gut, daher bin ich glücklich. Wir haben im winter an sehr vielen Punkten gearbeitet, das ist einfach der Schlüssel. Die Strecke ist sehr gut für Audi und jetzt müssen wir feiern. Ich will heute Nacht gut schlafen.

Jamie Green (Zweiter): Ich wäre lieber Erster geworden, deshalb war ich nicht glücklich. Insgesamt war es ein gutes Ergebnis, denn es sind Punkte, die ich brauche, um in der Wertung nach vorne zu kommen. Ich war ein wenig frustriert, dass ich nicht die Pace hatte, um mit Miguel mitzufahren. Der Kampf mit Robert Wickens war alles andere als langweilig. Er ist vier zehntel schneller wenn er DRS benutzt und wenn die in der Sekunde hinter dir sind, dann sind sie dran und sitzen in deinem Nacken. Dann muss man einfach fehlerfrei fahren und ich bin glücklich, dass ich am Ende von ihm wegfahren konnte. Gratulation nochmal an Miguel, er ist super gefahren.