Dass die Piloten in der DTM in puncto Anlehnen und Zweikampfführung schonmal über das Maß gesunder Härte hinausschießen, gehört im Tourenwagensport zum Alltagsgeschäft. So auch im Sonntagsrennen in Hockenheim zwischen Pascal Wehrlein und Nico Müller. Ersterer musste seine Position nach Protests Müller auf Ansage der Rennleitung nach einem ungestümen Manöver gegen den Audi-Piloten wieder herschenken. Dass Racing im absoluten Grenzbereich jedoch auch zur Zufriedeneit beider Kontrahenten funktioniert, bewiesen fast zu selben Zeit Gary Paffett und Maxime Martin.

Hart, aber fair

Sowohl der Mercedes- als auch der BMW-Pilot waren nach einem verheißungsvollen Rennstart im Verlauf Stück für Stück durchgereicht worden. Martin kämpfte mit der grundsätzlichen Schwäche seines Boliden in der Saison 2015, Paffett mit dem Grip und einem verpatzten Boxenstopp. So fanden sich die beiden schließlich am Ende der Top-10 wieder und lieferten sich dort über viele Runden hinweg ein hartes Duell um jeden Punkt.

"Es war ein enges Duell, aber ich denke fair. Es wäre schön, mehr von dieser Art zu haben, denn es war faires Racing. Wir haben uns nie berührt, so sollte es weitergehen, denn ich glaube, in der DTM gibt es sonst nicht so viel Respekt untereinander. Jeder fährt in den anderen wegen nichts, aber Gary und ich haben gezeigt, dass wir faires Racing ohne Berührung können. Am Ende war es ein tolles Duell", schwärmt Martin im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com von dem Zweikampf.

Genauso schildert Paffett gegenüber Motorsport-Magazin.com die sportlich wertvollen Szenen - diesbezüglich vollkommen frustfrei, obwohl am Ende der unterlegene Fahrer. "Der Kampf mit Maxime hat Spaß gemacht. In jeder Runde war es dasgleiche in der Haarnadel. Am Ende kam er vorbei", sagt Paffett. "Aber dann war Felix da Costa etwas grob und drückte mich von der Strecke. Das war nicht sehr nett. Und dann kam auch noch Bruno vorbei. Dann hing ich hinter ihnen fest. Von da an konnte ich mich nicht wirklich verbessern", haderte Paffett jedoch mit dem weiteren Verlauf.

Hockenheim: Die Renn-Highlights: (02:44 Min.)