Am kommenden Wochenende startet die Deutsche Tourenwagen Masters in ihre neue Saison. Im Vergleich zu 2014 hat sich einiges geändert, neben den üblichen Fahrerwechseln wurde auch das Format revolutioniert. Ebenso gab es bei den Regularien Anpassungen. Motorsport-Magazin.com liefert einen Überblick über die Neuerungen der DTM 2015.

1. Rennformat

Die größte Änderung der DTM im Jahr 2015 findet sich im Rennformat. Statt bislang einem Qualifying am Samstag und einem Rennen am Sonntag wird die Action auf der Strecke verdoppelt. Ab sofort gibt es pro Wochenende an beiden Tagen ein eigenständiges 20-minütiges Qualifikationstraining mit anschließendem Rennen. Samstags wird ein Sprintrennen über eine Distanz von 40 Minuten plus eine Runde ausgetragen, Boxenstopps sind keine vorgeschrieben. Die Fahrer absolvieren das Rennen folglich mit einem einzigen Reifensatz.

Sorgt das neue Format für mehr Action? - Foto: Mercedes-Benz
Sorgt das neue Format für mehr Action?Foto: Mercedes-Benz

Am Sonntag folgt auf die Qualifikation das Hauptrennen über eine Stunde, hierbei ist ein Pflicht-Boxenstopp zu absolvieren. Trotz der unterschiedlichen Distanz und Länge der Rennen wird sowohl samstags, als auch sonntags die gleiche Zahl an Punkten vergeben. "Mit zwei Meisterschaftsläufen pro Wochenende bieten wir den Zuschauern das, worauf es ankommt jetzt im Doppelpack: mehr Zweikämpfe, spannende Entscheidungen und fesselnden Motorsport. Wir sind überzeugt, dass die unterschiedlichen Wettbewerbsformate für abwechslungsreiche und spannende Rennen sorgen werden", sagte Hans Werner Aufrecht, Vorstandsvorsitzender des DTM-Rechteinhabers und -Vermarkters ITR e.V.

2. Regeln

Neben dem Rennformat allgemein ändert sich auch während der Läufe einiges. Das Modell mit zwei unterschiedlichen Reifensätzen gehört der Vergangenheit an. 2015 wird es keinen Options-Reifen mehr geben, den Teams steht nur noch eine Mischung von Ausrüster Hankook zur Verfügung. "Es war uns wichtig, dass man ein lesbares Rennen hat. Das war letztes Jahr - so viel Spaß es uns bereitet hat - einfach nicht gegeben, weil es zwei verschiedene Rennhälften waren", erklärte Ulrich Fritz, Teamchef des Mercedes-AMG DTM Teams, den Grund der Änderung.

Die gelb-markierten Reifen wird es nicht mehr geben - Foto: Audi
Die gelb-markierten Reifen wird es nicht mehr gebenFoto: Audi

Um Überholmanövern dennoch nicht einen kompletten Seltenheitscharakter zu verpassen, wurde das DRS-System modifiziert. Der Heckflügel an den Autos darf nun um 18 statt um 16 Grad verstellt werden. Dadurch wird der Effekt des geringeren Luftwiderstandes größer, überholen soll - in der Theorie - einfacher werden. Um jedoch zu verhindern, dass DRS als Rundenzeit-Tool verwendet wird, wurde das Fenster verkleinert: statt bisher zwei Sekunden muss der hinterherfahrende Pilot bei Start/Ziel eine Sekunde hinter dem Vordermann liegen, um das System verwenden zu dürfen.

3. Fahrer

Auch im Vorfeld der Saison 2015 hat sich das Fahrerkarussell in der DTM kräftig gedreht. Die Serie verlassen haben Joey Hand und Vitaly Petrov, dafür sind drei Neuzugänge dabei: Maximilian Götz kommt aus dem ADAC GT Masters, Lucas Auer fuhr im vergangenen Jahr in der Formel 3 EM, dasselbe gilt für Tom Blomqvist, der in der Nachwuchsserie sogar Vizemeister wurde. Drei Rookies stehen zwei Abgängen gegenüber, das bedeutet, dass ein Auto mehr am Start sein wird. Nachdem BMW und Audi bereits 2014 je acht Autos eingesetzt hatten, stockt nun auch Mercedes auf. Damit gehen 24 Piloten an den Start.

4. Teams

Fahrerwechsel zwischen den Marken gab es für dieses Jahr keine, dafür wurde jedoch innerhalb der Hersteller getauscht. Als komplett neues Mercedes-Team ist ART Grand Prix mit dabei. Das französische Ensemble feierte bereits einige große Erfolge in diversen Nachwuchs-Formelserien. In der DTM soll Gary Paffett die Truppe anführen, an der Seite des 19-maligen Rennsiegers soll Rookie Lucas Auer lernen und vielleicht für erste Erfolge sorgen. Mücke Motorsport setzt weiterhin auf Daniel Juncadella, als Ersatz für Vitaly Petrov fungiert ein weiterer Rookie, Maximilian Götz. Die weiteren Mercedes-Piloten verteilen sich auf die beiden HWA-Mannschaften. Paul di Resta und Robert Wickens bilden ein Duo, Christian Vietoris und Pascal Wehrlein ebenso.

Maximilian Götz ist einer von drei Rookies 2015 - Foto: Mercedes-Benz
Maximilian Götz ist einer von drei Rookies 2015Foto: Mercedes-Benz

Auch bei BMW gab es kleine Veränderungen. Das Team MTEK geht weiterhin mit Timo Glock an den Start, sein Teamkollege wurde jedoch getauscht: Bruno Spengler statt Antonio Felix da Costa. Der Portugiese übernimmt den Platz des Kanadiers bei Schnitzer, wo er auf Martin Tomczyk trifft, der bei der Mannschaft von Charly Lamm geblieben ist. Im belgischen Team RBM von Bart Mampaey bleibt Augusto Farfus an Bord, sein neuer Teamkollege wird Rookie Tom Blomqvist. Der Brite ersetzt Joey Hand. Im Meisterteam des vergangenen Jahres RMG bleibt hingegen alles beim Alten: Champion Marco Wittmann und Maxime Martin steuern die beiden M4 DTM.

Überhaupt keine Veränderungen gab es bei Audi. Sowohl die Teams, als auch deren Zusammensetzung sind im Vergleich zu 2014 identisch: Mattias Ekström und Miguel Molina sind das Duo bei Abt Sportsline, Timo Scheider und Mike Rockenfeller treten für Phoenix an, Edoardo Mortara und Adrien Tambay halten die Fahne für das Abt-Team hoch und das Team Rosberg geht mit Nico Müller und Jamie Green an den Start.

5. Kalender

Der Kalender der DTM für 2015 umfasst eine Station weniger als noch im vergangenen Jahr. Der Lauf in Ungarn entfiel ersatzlos. Somit stehen neun Rennwochenenden auf dem Programm, durch das neue Rennformat erhöht sich jedoch die Anzahl der Rennen von zehn auf 18. Traditionell findet sowohl der Saisonauftakt am kommenden Wochenende, als auch das Finale in Hockenheim statt.

6. Startnummern

Analog zur Formel 1 werden die Startnummern in der DTM nicht mehr fortlaufend nummeriert, sondern jeder Fahrer durfte sich seine Wunschnummer aussuchen. Marco Wittmann stand es als amtierendem Champion offen, die Nummer '1' zu wählen, was dieser auch tat. Die höchste Nummer hat Mike Rockenfeller mit der '99'.