Mercedes hat das Rennen auf dem Lausitzring dominiert und vier Autos in die Top-5 gebracht. Doch im Mittelpunkt stand trotz des jüngsten DTM-Siegers der Geschichte der neue DTM-Champion Marco Wittmann. "Es ist ein unglaubliches Gefühl und es war eine fantastische Saison", freute sich Wittmann, der das Rennen intelligent gefahren ist und sich aus Zweikämpfen rausgehalten hat.

Das Rennen begann fulminant mit vielen Drehern, darunter Jamie Green und Martin Tomczyk. Tomczyk wurde jedoch von Spengler in den Dreher geschickt, der dafür eine Durchfahrtsstrafe erhielt. Bei dieser einen Strafe blieb es jedoch nicht. Als sich Antonio Felix da Costa in Runde sechs ins Gras verabschiedete, gab es in diesem Sektor eine gelbe Flagge, an die sich nicht alle Piloten hielten.

Mit Daniel Juncadella, Adrien Tambay, Maxime Martin, Vitaly Petrov und Robert Wickens mussten gleich fünf Piloten einmal durch die Box fahren, da sie im Gelb-Sektor nicht langsam genug waren. Juncadella fiel sogar nur eine Position auf den vierten Platz zurück, doch er fand keinen Weg vorbei an Timo Scheider, der das dreifache Mercedes-Podium verhinderte.

Wehrlein, Vietoris und Scheider bilden ein deutsches Podium - Foto: DTM
Wehrlein, Vietoris und Scheider bilden ein deutsches PodiumFoto: DTM

Auch Robert Wickens traf die Strafe nicht allzu hart, denn er verlor zwar seine fünfte Position, doch die erkämpfte er sich schnell wieder. Zuvor erhielt der Kanadier noch eine Verwarnung, weil er sich hart an Mike Rockenfeller vorbeidrückte, doch er ließ sich danach nichts mehr zu Schulden kommen.

Von der Rolle war Jamie Green, der mit gleich drei Drehern viele Positionen und Zeit verlor. Zwar war der Brite schnell unterwegs, doch seine Fehler wurden ihm zum Verhängnis als er dann auch noch Martin Tomczyk drehte und eine Durchfahrtsstrafe kassierte. In Runde 49 war das Rennen für den Audi-Piloten dann jedoch vorbei, denn er stellte seinen Boliden in die Garage.

Wehrlein fuhr indes ein Rennen in einer eigenen Liga und setzte sich pro Runde um mehr als eine Sekunde von den Verfolgern ab. Stark war zudem die Leistung von Christian Vietoris, der von Startplatz elf in der ersten Kurve bereits sechs Positionen gewonnen hatte und nach der ersten Runde schon auf Rang 2 lag. Diesen Platz gab der Deutsche dann auch nicht mehr her und sicherte sich ein weiteres Podium.

Bei schwierigen Bedingungen fuhr Wehrlein in einer eigenen Liga - Foto: DTM
Bei schwierigen Bedingungen fuhr Wehrlein in einer eigenen LigaFoto: DTM

"Es war in starkes Wochenende für das Team. Das Auto war von Anfang an schnell, doch die Änderungen für die Qualifikation haben nicht so funktioniert wie wir wollten, daher nur Platz elf. Ich wusste jedoch, dass bei meinen Lieblingsbedingungen einiges möglich ist", sagte Vietoris nach dem Rennen, der nun Position 2 in der Fahrermeisterschaft übernommen hat.

Audi verhilft Wittmann unfreiwillig zum frühen Titel

Dabei spielte dem BMW-Piloten auch die Leistung seiner Meisterschaftskonkurrenten Mattias Ekström, Edoardo Mortara und Mike Rockenfeller in die Karten. "Ich hatte einen schlechten Start und mit dem Regenreifen am Anfang keine Pace. Dann war ich neben der Strecke und dann kam der Boxenstopp. Das Team macht selten so große Fehler und wenn das Auto fällt dann fahr ich. Diesmal waren nur drei Muttern drauf", fasste der Schwede das enttäuschende Rennen zusammen.

Für Edoardo Mortara zahlte sich der Poker mit dem Trockenreifen beim Start nicht aus, er war der Einzige der sich gegen den Regenreifen entschied. Doch selbst die Optionsreifen wurden erst zur besseren Wahl, als der Audi-Pilot diese schon wieder ablegen musste.

Nicht nur Green, Da Costa und Ekström hatten früher Feierabend. Nico Müller musste seinen Audi nach 14 Runden wegen eines Getriebeschadens abstellen. Nur fünf Runden später suchte Timo Glock wegen einer gebrochenen Spurstange seine Garage auf. Immerhin bis Runde 39 kam Paul di Resta, dem wahrscheinlich ein Kontakt aus dem frühen Rennen zum Verhängnis wurde und Adrien Tambay gab das Rennen in Runde 41 auf.

Zwei Untersuchungen stehen bei den Stewards jedoch noch an. Das Unsafe Release beim Boxenstopp von Mattias Ekström und eine Kollision zwischen Green, Gary Paffett und Tambay.