Top - Robert Wickens mit einer Glanzleistung

Egal ob es nun der zweite Platz oder nun doch der erste Sieg ist: Robert Wickens hat bei seinem zweiten Auftritt auf dem Norisring überzeugt. Bereits am Samstag konnte Wickens mit der Pole Position überzeugen und ließ sich im Rennen nicht aus der Ruhe bringen, als seine Strategie durch die Safety-Car-Phase über den Haufen geworfen wurde.

Am Ende musste selbst ein Routinier wie Gary Paffett eingestehen: "Ich habe das ganze Wochenende über versucht, die Lücke zu Robert zu schließen. Aber immer, wenn ich gerade auf seinem Niveau angekommen war, ist er noch einen Tacken schneller gefahren." Keine Frage: Typen wie Wickens, bei dem selbst die TV-Kommentatoren von einem kanadischen Holzfäller sprechen, braucht die DTM.

Flop - Ekström und die Wasserflasche

Zu früh gefreut: Ekström wurde disqualifiziert - Foto: Audi
Zu früh gefreut: Ekström wurde disqualifiziertFoto: Audi

Missgeschick aus purer Freude oder eiskalte Berechnung? Ekströms Vater und ein Teammitglied übergossen den späteren Sieger kurz nach der Zieldurchfahrt mit mehreren kleinen Wasserflaschen - noch vor dem Wiegen. Ganz klar, ein Fall für die Regelhüter. Was sich danach abspielte, war allerdings mehr als traurig. Rund sechs Stunden brauchte die Rennleitung, um ein offizielles Statement und eine Entscheidung zu präsentieren, gegen die Audi letztlich sogar eine Berufung einlegen sollte.

Die DTM hat ab sofort einen Wasserflaschen-Skandal. "Das habe ich auch nur mitbekommen, als es auf einmal ganz kalt im Overall wurde", lauteten die letzten Worte von Ekström, bevor er von Audi im Fahrerlager verschanzt wurde. Komplett geklärt ist die Sache immer noch nicht.

Top - Rockenfeller verteidigt Gesamtführung

Damit hätte Mike Rockenfeller nach einem schwachen Qualifying und einem Getriebewechsel wohl nicht mehr gerechnet. Aus der letzten Startreihe kämpfte sich der Audi-Mann immer weiter nach vorne, pokerte bei der Strategie und fuhr 70 Runden mit den Optionsreifen. Am Ende landete er so vor Bruno Spengler und profitierte vom Paffett-Crash.

Umso erstaunlicher war die Leistung von Rockenfeller, da er nach dem verpatzten Qualifying nicht am Setup schrauben durfte. "Wenn man so ein bescheidenes Qualifying hinlegt und am Ende als Fünfter das Ding beendet und sogar noch mehr Punkte hat als die Konkurrenten in der Meisterschaft - super! Ich bin wirklich zufrieden und froh, dass der Norisring rum ist!"

Flop - Boxen-Chaos bei Mercedes

Keine Frage: Während der zweiten Safety-Car-Phase ging es in der engen Boxengasse auf dem Norisring drunter und drüber. Die Hälfte des Feldes stoppte zur gleichen Zeit, einige Fahrer sogar doppelt. Dass da nicht alles perfekt läuft, ist schon fast vorprogrammiert.

Die HWA-Truppe von Merceds-Benz fiel allerdings besonders negativ auf. Bei Gary Paffett und Pascal Wehrlein fehlten die Reifen, vor allem der junge Nachwuchsfahrer verlor so viel Zeit. Dabei ist die Boxeneinfahrt in Nürnberg besonders lang und müsste den Team so die Möglichkeit geben, alles rechtzeitig vorbereiten zu können.

Top - Spannung bis ins Ziel

Auf dem Norisring ging es heiß zur Sache - Foto: DTM
Auf dem Norisring ging es heiß zur SacheFoto: DTM

Von der ersten Runde an ging es auf dem Norisring zur Sache. Auch danach war dank Optionsreifen, DRS und unterschiedlicher Strategien einiges los. Für das große Finale sorgte der Dreikampf zwischen Mattias Ekström, Gary Paffett und Edoardo Mortara, den die beiden letztgenannten Piloten mit einem furiosen Knall zum Höhepunkt brachten.

Keine Frage: So viel Action über 83 Rennrunden hinweg darf die DTM gerne öfter bieten. Vielleicht ja schon bei der Premiere auf dem neuen Moskau Raceway in drei Wochen?

Flop - Jamie Green, der König des Norisrings

Mit vier Siegen auf dem Norisring zählt Jamie Green in Nürnberg seit jeher zu den Favoriten - allerdings nur, solange ein Stern auf der Motorhaube klebt. Nach seinem Wechsel zu Audi konnte Green auf seiner Lieblingsstrecke weder im Qualifying, noch im Rennen überzeugen. Hoffnung keimte lediglich auf, als Green mit zwei Boxenstopps nach der Safety-Car-Phase direkt vor Mike Rockenfeller und Gary Paffett lag, beide Konkurrenten aber schnell ziehen lassen musste.

Immerhin wurde Green in der zweiten Rennhälfte von seinen Qualen erlöst und durfte den flügellahmen Red-Bull-Audi in der Boxengasse abstellen: "Die Schaltung funktionierte nicht. Ich war im zweiten Gang und konnte nicht mehr schalten, das hat mein Rennen beendet."