Die vierte und erneut längste Etappe der 42. Ausgabe der Rallye Dakar über 453 Wertungskilometer endete nach über vier Stunden mit dem ersten Tagessieg für den Franzosen Stephane Peterhansel im X-raid Mini. Wie in der Moped-Klasse gibt es nach vier Etappen auch vier verschiedene Sieger. Zuvor gewannen Vaidotas Zala, Giniel de Villiers und Carlos Sainz Senior jeweils eine Etappe. Für die X-raid Mini-Teams war es bereits der dritte Erfolg in Saudi Arabien.

Die 4. Etappe in Saudi Arabien - Foto: ASO/Dakar
Die 4. Etappe in Saudi ArabienFoto: ASO/Dakar

4. Etappe: Neom - Al-Ula

(Prüfung: 453 km, Tagesdistanz: 672 km)

Die Anforderungen steigen weiter. Erneut haben die Teilnehmer der Marathon-Rallye die bisher längste Etappe vor sich. Die vierte Etappe von Neom nach Al Ula ist insgesamt 672 Kilometer lang. Davon werden 453 Kilometer gegen die Uhr gefahren. Die Fahrer werden nur in der Wertungsprüfung geschätzte sechs Stunden vom Start bis zum Ziel unterwegs sein. Tag vier geht durch die Provinz Tabuk im Nordwesten Saudi Arabiens. Erneut stehen im ersten Teil schnelle Sandpisten zwischen den Bergen auf dem Programm, aber auch Abschnitte in und um ausgetrocknete Flussbetten. Das Schlussstück bietet wieder mehr Sand, auch wenn insgesamt der Anteil des körnigen Untergrunds geringer ausfällt, als in den Tagen zuvor. Die Navigation wird erneut ein sehr wichtiger Faktor sein. Die Route führt am berühmten Nebatean Tempel vorbei. Das wird die Fahrer aber nur kurz optisch ablenken.

Carlos Sainz Sr. ging als Tagessieger und Gesamtführender in die 4. Etappe - Foto: X-raid
Carlos Sainz Sr. ging als Tagessieger und Gesamtführender in die 4. EtappeFoto: X-raid

WP1: Al Rajhi übernahm beim Heimspiel zunächst die Führung

Nachdem bisher zehn Team aufgeben mussten, waren noch 73 Fahrer mit ihren Co-Piloten am Start zur vierten Etappe in Saudi Arabien. Da Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah gestern nachträglich eine Strafe von drei Minuten kassierte, startet er heute nur als Fünfter in die Wertungsprüfung. In der Gesamtwertung blieb er auf Rang zwei hinter Vortagessieger Carlos Sainz Senior, der als erster Fahrer Richtung Zielort Al-Ula startete. Yazeed Al Rajhi aus Saudi Arabien erreichte im Toyota nach 55 Kilometern als schnellster Fahrer den ersten Kontrollpunkt. Die Mini-Teamkollegen Orlando Terranova und Stephane Peterhansel waren die ersten Verfolger.

WP2/3/4: Peterhansel übernimmt das Kommando

Der zweite Waypoint wurde nach 108 Kilometern erreicht. Peterhansel und Terranova konnten nach 1:04:22 Stunden Al Rajhi überholen. Vierter blieb Al-Attiyah vor seinem Toyota-Teamkollegen Giniel de Villiers. Sainz lag mit 3:25 Minuten Rückstand auf Rang acht. Der Vortagesvierte Fernando Alonso hatte sogar genau acht Minuten auf den Leader verloren und lag nur noch auf Position 17.

Bis zum dritten Waypoint waren 135 Kilometer mit einem Tankstopp zu bewältigen. Peterhansel führte weiterhin vor Terranova und dem neuen Dritten Al-Attiyah. Nach 296 Kilometern war Waypoint vier erreicht. Mit einer Zeit von 2:20:19 Stunden konnte der Franzose Peterhansel Platz eins verteidigen, obwohl er zehn Kilometer vor der Zeitmessung einen Umweg von 1,5 Kilometern gefahren war. Trotzdem konnte er mit einem Vorsprung von 2:55 Minuten vor Terranova in das nächste Teilstück gehen. Sainz war wieder auf dem Vormarsch und konnte sich auf Rang fünf verbessern.

Rallye Dakar 2020: Highlights der 4. Motorrad-Etappe: (03:42 Min.)

WP5/6/Ziel: Peterhansel ist der vierte Tagessieger 2020

Nach dem zweiten Tankstopp wurde der fünfte Waypoint nach 346 Kilometern erreicht. Nun musste Peterhansel gegen den neuen Zweiten Al-Attiyah kämpfen, der nur 1:51 Minuten Rückstand hatte. Sainz war jetzt Dritter mit 2:55 Minuten Abstand auf den Leader. Terranova belegte nur noch Rang vier vor ten Brinke.

Peterhansel setzte seine Fahrt souverän fort und konnte als vierter Fahrer einen Etappensieg in Saudi Arabien feiern. Nach 4:04:34 Stunden war der Franzose der Sieger vor Al-Attiyah, der mit 2:26 Minuten Rückstand das Ziel erreichte. Sainz wurde mit 7:18 Minuten Rückstand Dritter und verteidigte seine Führung in der Gesamtwertung mit 3:03 Minuten Vorsprung auf Nasser Al-Attiyah.

Al Rajhi konnte sich auf den letzten Kilometern bis auf Rang vier vorarbeiten. Auch Mathieu Serradori machte im Century einen Sprung auf Rang fünf vor de Villiers und ten Brinke. Die Top-10 komplettierten ab Rang acht Mini-Pilot Jakub Przygonski, Der Chinese Wei Han im Geely und Terranova.

Ergebnis 4. Etappe Autos (Top-10)

Pos.FahrerAutoZeit
1.Stephane PeterhanselMINI04:04.34
2.Nasser Al-AttiyahToyota+00:02:26
3.Carlos SainzMINI+00:07:18
4.Yazeed Al RajhiToyota+00:11:30
5.Mathieu SerradoriCentury+00:13:17
6.Giniel de VilliersToyota+00:18:16
7.Bernhard Ten BrinkeToyota+00:18:35
8.Jakub PrzygonskiMINI+00:19:23
9.Wei HanGeely+00:22:22
10.Orlando TerravovaMini+00:22:53


Gesamtwertung: Autos (Top-10) 4/12

Pos.FahrerAutoZeit
1.Carlos SainzMINI15:12:12
2.Nasser Al-AttiyahToyota+00:03:03
3.Stephane PeterhanselMINI+00:11:42
4.Yazeed Al RajhiToyota+00:23:10
5.Orlando TerranovaMINI+00:23:13
6.Mathieu SerradoriCentury+00:26:55
7.Giniel de VilliersToyota+00:234:40
8.Bernhard Ten BrinkeToyota+00:44:40
9.Martin ProkopFord+01:09:41
10.Yasir SeaidanMINI+01:30:25