Die siebente Etappe der Rallye Dakar von Bolivien zurück nach Argentinien hatte es in sich. Für zwei prominente Namen war Schluss und am Ende feierte Debütant Antoine Meo seinen ersten Etappensieg, an der Spitze baute Paulo Goncalves seine Gesamtführung aufgrund einer Zeitgutschrift sogar aus.

Die Streckenführung der 7. Etappe - Foto: ASO/DPPI
Die Streckenführung der 7. EtappeFoto: ASO/DPPI

7. Etappe: Uyuni - Salta

(Prüfung: 336 km, Gesamtstrecke: 817 km)

Doch alles der Reihe nach: Für den frühen Schockmoment sorgte der Gesamtdritte Matthias Walkner, der nach bereits 15 Kilometern der Sonderprüfung schwer stürzte und sich dabei einen Oberschenkelbruch zuzog. Leader Paulo Goncalves passierte als einer der ersten Fahrer die Unfallstelle, stellte seine Honda ab, rief die Einsatzkräfte und wartete mit dem Österreicher auf deren Eintreffen.

Damit verlor Goncalves früh zwar seine Gesamtführung an Toby Price, doch die Rennleitung entschied sich noch vor dem Ende der Stage dazu, Goncalves 10:53 Minuten für seine Hilfsaktion gutzuschreiben. Dank dieser Gutschrift war der Portugiese auf der siebenten Etappe sogar der zweitschnellste Fahrer.

Für seinen Teamkollegen Joan Barreda Bort ist die Dakar hingegen beendet. Der Spanier, der zwischenzeitlich auch das Gesamtklassement angeführt hatte, verlor schon am Vortag fünf Stunden nach einem Motorschaden. Dieser dürfte so schlimm gewesen sein, dass Barredas Crew über Nacht dessen Honda nicht wieder zum Laufen bekam.

Meo trumpft auf

Ohne Barreda Bort und Walkner war der Weg frei für Antoine Meo. Der Rookie übernahm mit seiner KTM früh die Führung und gab diese auf der zweigeteilten und zwischenzeitlich neutralisierten Etappe nicht mehr ab. Dahinter reihten sich (gutschriftbereinigt) Goncalves und dessen Teamkollege Kevin Benavides ein. Yamaha-Ass Helder Rodrigues verpasste das Podest mit knapp fünf Minuten Rückstand auf die Siegerzeit.

In der Gesamtwertung baute Goncalves seinen Vorsprung sogar aus und liegt nun 5:20 Minuten vor Price. KTM-Privatier Stefan Svitko ist mit exakt zwölf Minuten Rückstand Dritter.

Ergebnis 7. Etappe Motorräder (Top-10)

Pos.FahrerMotorradZeit
1.Antoine Meo (FRA)KTM2:30:57
2.Paulo Goncalves (POR)Honda+0:01:57 (10:53 Zeitgutschrift)
3.Kevin Benavides (ARG)Honda+0:02:24
4.Helder Rodrigues (POR)Yamaha+0:04:58
5.Michael Metge (FRA)Honda+0:06:27
6.Toby Price (AUS)KTM+0:06:42
7.Adrien Van Beveren (FRA)Yamaha+0:07:09
8.Ricky Brabec (USA)Honda+0:08:16
9.Gerard Farres Guell (ESP)KTM+0:08:39
10.Stefan Svitko (SVK)KTM+0:08:40

Gesamtwertung nach 7/13 Etappen

Pos.FahrerMotorradZeit
1.Paulo Goncalves (POR)Honda23:50:28
2.Toby Price (AUS)KTM+0:05:20
3.Stefan Svitko (SVK)KTM+12:00:00 (Strafe: 0:01:00)
4.Antoine Meo (FRA)KTM+0:21:05
5.Kevin Benavides (ARG)Honda+0:21:31
6.Helder Rodrigues (POR)Yamaha+0:23:13
7.Pablo Quintanilla (CHL)Husqvarna+0:27:16 (Strafe: 0:01:00)
8.Gerard Farres Guell (ESP)KTM+0:32:34
9.Juan Pedrero Garcia (ESP)Sherco+0:35:45 (Strafe: 0:02:00)
9.Alain Duclos (FRA)Sherco+0:37:09

Die Stimmen zur 7. Etappe

Antoine Meo (Etappensieger, KTM): "Der erste Teil der zweigeteilten Prüfung war wirklich hart, da man wegen der Sonne keine gute Bodensicht hatte. Das letzte Teilstück nach der Neutralisation hat hingegen richtig Spaß gemacht. Ich konnte zwei Fahrer überholen und weil es im gesamten Abschnitt feucht war, gab es keine Staubwolken. Ich habe mich heute viel besser als gestern gefühlt. Ich fühle mich körperlich okay, aber der härtere Teil kommt nun ja erst."

Paulo Goncalves (Gesamtführender, Honda): "Zu Beginn habe ich für Matthias angehalten und dann gemeinsam mit ihm gewartet, bis Pablo Quintanilla ankam. Im ersten Teil der Strecke gab es einige Navigationsabschnitte, danach war das Streckenprofil aber wie an den vergangenen paar Tagen. Nach der Neutralisation schüttete es wie aus Eimern und ich hatte ein bisschen Angst, da es wie Schnee aussah. Am Ende wurde das Wetter aber wieder besser."

Toby Price (Gesamt-Zweiter, KTM): "Es ist toll, dass sich die anderen Fahrer um Matthias gekümmert haben. Ich war ja schon vorbei, als es passiert ist. Mit meiner eigenen Leistung bin ich sehr zufrieden und ich freue mich, dass ich heute viele australische Flaggen am Streckenrand gesehen habe. Es ist aber noch lange nicht vorbei und ein mechanisches Gebrechen bzw. ein Navigationsfehler können noch alles kaputt machen."