Nach einer Fahrzeit von 3:45:46 Stunden war die erste Überraschung der Dakar 2016 perfekt. Der Franzose Sebastien Loeb erzielte als Rookie gleich einen Tagessieg. Der neunfache WRC-Champion übernahm nach der zweiten Zeitmessung die Führung und gab sie nicht mehr her. Der Peugeot-Pilot gewann mit 2:23 Minuten Vorsprung vor seinem Landmann und Teamkollegen Stephane Peterhansel. Nasser Al-Attiyah, der im letzten Jahr die Dakar gewann, musste sich im X-raid MINI mit Platz acht nach einem Reifenschaden begnügen.

Die 2. Etappe in der Übersicht - Foto: ASO/DPPI
Die 2. Etappe in der ÜbersichtFoto: ASO/DPPI

2. Etappe: Villa Carlos Paz - Termas de Rio Hondo

(verkürzte Prüfung: 387 km, Verbindung: 471 km)

Nach der sicherheitsbedingten Absage der ersten Etappe musste die zweite Etappe verkürzt werden, da es auf dem letzten vorgesehenen Teilstück der Wertungsprüfung immer noch große Sicherheitsbedenken durch das gestrige heftige Gewitter gab. Die 110 Teilnehmer der Auto-Kategorie hatten jetzt 387 statt 521 gezeitete Kilometer zu absolvieren. Da insgesamt 858 Kilometer bis zum Zielort Termas de Rio Hondo auf dem Programm standen, war es ein anstrengender und langer Tag für die Teams. Volle Konzentration verlangte die enge Strecke mit wenigen Überholmöglichkeiten. Das hügelige Terrain mit einigen Flussüberquerungen sollte allerdings keine großen Probleme bereiten.

Prokop war der erste Leader

Der Niederländer Bernhard ten Brinke ging als schnellster Fahrer des Prologs mit seinem Toyota Hilux als erster Pilot auf die zweite Etappe über 387 Wertungs-Kilometer. Der Start erfolgte in 1.000 Metern Höhe. Anschließend erreichten die Piloten nach einer Berg- und Talbahn den ersten Kontrollpunkt. Der als 14. Fahrer gestartete Tscheche Martin Prokop übernahm mit einer Zeit von 29:39 Minuten überraschend die Führung. Prokop ist neben Mikko Hirvonen und Loeb der dritte Dakar-Rookie, der zuvor in der WRC aktiv war.

Beim zweiten Waypoint konnte sich Peugeot über eine dreifache Führung freuen. Loeb führte mit sieben Sekunden vor Carlos Sainz und Peterhansel. Titelverteidiger Al-Attiyah und sein MINI-Teamkollege Hirvonen waren die härtesten Verfolger. Nach 112 Kilometern beklagte Sainz technische Probleme und verlor über 13 Minuten.

Sebastien Loeb legte ein Höllentempo vor - Foto: Red Bull
Sebastien Loeb legte ein Höllentempo vorFoto: Red Bull

Loeb zieht davon

Der neunfache WRC-Champion Loeb hatte bei der dritten Zeitmessung seinen Vorsprung auf 34 Sekunden vergrößert. Neuer Zweiter war jetzt Al-Attiyah vor Peterhansel und Hirvonen. Giniel de Villiers und sein deutscher Navigator Dirk von Zitzewitz belegten im schnellsten Toyota den fünften Rang. Das restliche Feld lag bereits über eine Minute hinter dem Leader zurück.

Im nächsten Abschnitt verlor Al-Attiyah viel Zeit und bei Kilometer 183 standen Nani Roma und Xavier Pons am Streckenrand. Auch Lokalmatador Orlando Terranova steckte eine Weile im Schlamm fest. Am fünften Messpunkt führte Loeb mit 51 Sekunden Vorsprung. Hinter dem Franzosen änderte sich die Reihenfolge ständig. De Villiers belegte nun den zweiten Platz vor Peterhansel, dem Russen Vladimir Vasilyev im MINI und dem fünffachen Bike-Dakar-Sieger Cyril Despres.

De Villiers wurde Vierter - Foto: Red Bull
De Villiers wurde VierterFoto: Red Bull

Loeb siegt vor Peterhansel

Loeb war auch auf den nächsten Kilometern eine Klasse für sich. Bei dem letzten Waypoint vor dem Ziel hatte Loeb 2:24 Minuten Abstand zu seinem Landsmann Peterhansel herausgefahren. Dahinter lagen gleich drei Toyota mit de Villiers und Vasilyev sowie dem Südafrikaner Leeroy Poulter. Hirvonen behauptete Rang sechs mit deutlichem Vorsprung vor Despres, Prokop, Al-Attiyah, ten Brinke sowie dem Elften Emiliano Spataro im schnellsten Ford Ranger.

Loeb raste weiter Richtung Ziel und gewann seine erste Dakar-Etappe in beeindruckender Manier. Peterhansel wurde mit 2:23 Minuten Rückstand Zweiter vor Vasilyev, während de Villiers auf den letzten Kilometern Zeit verlor und sich mit Rang vier begnügen musste. Rookie Hirvonen überzeugte mit Platz fünf ebenfalls und war damit sogar der schnellste MINI-Pilot. Poulter kam knapp dahinter als Sechster im Ziel an. Die Top-10 komplettierten Despres, Al-Attiyah, Prokop und ten Brinke.

Sainz kam mit 11:03 Minuten Rückstand hinter dem Leader ins Ziel. Publikumsliebling Robby Gordon erlebte einen schwachen Dakar-Start. Zwischenzeitlich auf Position 15 liegend verlor der Amerikaner im Gordini-Hummer im mittleren Streckenabschnitt viel Zeit und belegte einen enttäuschenden 22. Rang mit 17:37 Minuten Rückstand. Für Terranova und Roma endete die zweite Etappe noch enttäuschender. Beide Fahrer müssen in den nächsten Tagen einen Rückstand von 29:36 sowie 46:48 Minuten aufholen.

Weitere Updates folgen...

Ergebnis: 2. Etappe Autos (Top 10)

Pos.FahrerMotorradZeit
1.Loeb (FRA)/Elena (MCO)Peugeot3:45:46
2.Peterhansel/Cottret (FRA)Peugeot+0:02:23
3.Vasilyev/Zhiltsov (RUS)Toyota+0:02:38
4.de Villiers (RSA)/von Zitzewitz (DEU)Toyota+0:03:01
5.Hirvonen (FIN)/Perin (FRA)Mini+0:03:05
6.Poulter/Howie (RSA)Toyota+0:03:20
7.Despres/Castera (FRA)Peugeot+0:04:00
8.Al-Attiyah (QAT)/Baumel (FRA)Mini+0:04:18
9.Prokop/Tomanek (CZE)Toyota+0:04:25
10.ten Brinke (NED)/Colsoul (BEL)Toyota+0:05:02

Die Stimmen zur 2. Etappe

Sebastien Loeb (Etappensieger, Peugeot): "Ich habe die guten Neuigkeiten am Ende kaum glauben können. Gegen Mitte der Etappe bin ich im Schlamm hängen geblieben und hatte Glück, dass ich überhaupt wieder herauskam. Das hat mich auf jeden Fall zwei Minuten gekostet. Ich war aber auf jeden Fall voll am Limit und hatte viel Respekt."

Nasser Al-Attiyah (8., Mini): "Wir hatten einen platten Reifen und blieben einmal auch hängen an einer Stelle, an der sehr viele Zuschauer, Bikes und Quads unterwegs waren. Alles in allem ist uns eine gute Stage gelungen. Wir sind keine Risiken eingegangen und sehen morgen, wie es weitergeht."

Carlos Sainz (14., Peugeot): "Mir ging plötzlich der Motor aus und ich musste warten, bis er wieder ansprang. Danach lief es bis zum Ende aber glatt und es gab auch keine Probleme mit dem Handling. Leider hat uns der Motoraussetzer 13 Minuten gekostet."