Nach dem vorzeitigen Titelgewinn hat Sébastien Bourdais beim Saisonfinale in Mexiko City die Gelegenheit, sich standesgemäß aus der Champ Car World Series zu verabschieden. "Vielleicht sind einige Leute sogar glücklich, dass ich die Meisterschaft verlasse", sagte Bourdais, der in fünf Jahren vier Mal den Titel holte und in seiner ersten Saison bester Rookie wurde, vor seinem Wechsel zurück nach Europa in die Formel 1.

"Manchmal ist es nicht gut für den Sport, wenn jemand dominiert", erklärte der Franzose. Nachdem er der Konkurrenz in den letzten Jahren keine Chance ließ, dürften sich einige Fahrer schon Gedanken über die Nachfolge von Bourdais gemacht haben. "Ich denke, Justin [Wilson] ist ein sehr starker Fahrer, aber es sind noch viele Fragen offen. Außerdem gibt es viele gute Rookies wie Robert Doornbos oder Graham [Rahal], der sehr viel Potential aber leider auch Pech hatte."

Immer schnell: Will Power - Foto: Sutton
Immer schnell: Will PowerFoto: Sutton

Mit Graham Rahal hat Sébastien Bourdais ein Jahr zusammen bei NHL-Racing verbracht. "Dort habe ich einen jungen Mann mit sehr viel Talent gesehen, der sich extrem schnell entwickelt. In dem Umfeld muss man das auch, sonst bleibt man dort nicht lang", lobte der viermalige Champion seinen Schüler. "Er gehört sicherlich zu den Fahrern, die nächstes Jahr um den Titel fahren werden. Graham hat bereits ein Jahr Erfahrung mit dem Team gesammelt. Ich denke er wird besser vorbereitet sein als jeder andere."

Auch seinen Landmann Simon Pagenaud hat Bourdais auf der Rechnung. "Simon ist jemand, auf den man achten sollte", berichtete Bourdais und verweist ebenfalls auf die bekannten Gesichter. "Natürlich Justin, aber auch Will Power sollte nächstes Jahr sehr stark sein. Momentan ist es eine schwere Wahl, aber ich würde auf Justin tippen."

Falls sein Trip in die Formel 1 nicht aufgehen würde und er keinen Erfolg in Europa hat, wäre eine Rückkehr in die Champ Car Serie nicht ausgeschlossen. Ob sich darüber auch jemand freuen könnte? "Alles ist möglich. Man kann nicht vorhersehen, was mit mir in der Zukunft passieren wird", sagte Bourdais, der sich nun zunächst darauf freut, bald wieder in der Nähe seiner Familie zu sein.