Der Este Marko Asmer sicherte sich in den beiden Qualifyings zu den Läufen 15 und 16 der britischen Formel-3-Meisterschaft in Silverstone zwar zweimal die Pole Position, doch Maro Engel vollbrachte in der zweiten Session eine besondere Glanzleistung: "Einäugig" fuhr der Münchner neben Asmer in die erste Startreihe - als mit Abstand bester Carlin-Pilot: "Mir ist schon in der zweiten oder dritten Runde unter dem Helm irgend etwas ins Auge geflogen, ein Sandkorn oder so was. Das hat höllisch wehgetan, ich habe auch nur noch auf einem Auge was gesehen. Meine schnellste Runde war unter diesen Umständen dann zwar gut, aber nicht optimal. Außerdem haben wir vielleicht beim Set-up mit der Flügeleinstellung noch einen kleinen Fehler gemacht, das werden wir für morgen, für die Rennen, wohl wieder ändern." Zumindest das Auge war nach ausgiebiger Spülung und kurzer Behandlung im Medical Center eine Stunde nach Trainingsende wieder einigermaßen in Ordung: "Es geht schon wieder", sagte der 21-Jährige im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Aber direkt als ich aus dem Auto stieg, war es schon übel, da war ja auch alles feuerrot."

Vom Glück ist Engel im Moment wirklich nicht verfolgt: Obwohl er am Freitag mit dem Carlin-Mercedes beide Testsessions in Silverstone beherrscht hatte, reichte es im ersten Qualifying nur zu Rang fünf, hinter Asmer, Atte Mustonen, Rodolfo Gonzales und Greg Mansell: "Da ist während des Fahrens eine Lambda-Sonde, so ein Sensor, kaputtgegangen..." Dadurch stimmte das Motor-Management nicht mehr, Engel fehlten auf den Geraden knapp zehn Stundenkilometer: "Da kann ich in den Kurven noch so schnell sein, das kann man nicht mehr aufholen. Hätte das Ding nicht gestern beim Testen seinen Geist aufgeben können?" Auf's Podium will Engel aber morgen im ersten Lauf auf jeden Fall noch, "und das Auto ist auch wirklich gut, wenn ich einen ordentlichen Start erwische, sollte das möglich sein. Im zweiten Rennen ist dann aus der ersten Reihe natürlich ein Sieg das Ziel!"