Den aktuellen Ranger gibt es in 180 Märkten verteilt auf den ganzen Globus. Egal ob bei Farmern in Australien oder kommerziellen Flottenbetreibern in Südafrika. Der Pick-up ist weltweit und auch in Europa ein Erfolgsmodell. Viele Familien, Landwirte, Kleinunternehmer und Abendteurer schätzen den bereits seit 2011 angebotenen Ranger. 2015 kam ein Facelift auf den Markt, das bis zuletzt noch für Rekordverkäufe verantwortlich war. Allein im September wurden in Europa 45.539 Einheiten verkauft. Das entspricht einem Marktanteil von 39,9 Prozent.

Fast 5.000 Ranger-Kunden befragt

Trotz langjähriger Erfahrungen in der Entwicklung und Produktion von Pick-up-Modellen, hat Ford intensive Marktforschung betrieben, um das neue Fahrzeug noch besser auf die individuellen Wünsche der Käufer maßschneidern zu können. So befragte man fast 5.000 Ranger-Besitzer in verschiedenen Märkten, um möglichst viel über ihre Lebensgewohnheiten, ihre Wünsche und ihre Erwartungen zu erfahren.

Bei der optischen Neugestaltung, nahm Ford die aktuellen US-Pick-ups zum Vorbild. Das neue Modell kommt daher deutlich kantiger und wuchtiger daher. Ein paar Details stammen vom großen F-150, andere vom kleineren Maverick. Große Lufteinlässe sorgen für ausreichende Motorkühlung, massive Hauptscheinwerfer mit der Ford-Pick-up-typischen LED-Signatur in C-Form für genügend Ausleuchtung. Auf der Heckklappe wurde in großer Schrift stolz der Name Ranger eingraviert. Neben den LED-Rückleuchten gibt es beim Neuen auch seitlich in die Stoßstange integrierte Trittstufen. Diese sollen den Zugang zur Ladefläche erleichtern.

Ein überdimensioniertes Display wie im Mustang Mach-E

Der Innenraum des neuen Ranger wurde von Grund auf neugestaltet. Herzstück ist hier der zentrale Infotainment-Bildschirm im Hochkant-Design. Den Riesen-Screen, der so ähnlich auch schon im Mustang Mach-E Einzug erhielt, gibt es wahlweise in 10 oder 12 Zoll. Zum Einsatz kommt dabei die neueste Version von Ford Sync. Über das Display lassen sich verschiedenste Funktionen des Pick-ups, wie beispielsweise die sechs Fahrmodi samt Geländeprogramme, die 360-Grad-Kamera oder die Rundum-Exterieur-Beleuchtung steuern. Das neue Cockpitinstrument hinter dem Lenkrad fällt ebenfalls volldigital aus.

Zusätzlich verbaut Ford größere Ablagen in den Türen, der Mittelkonsole und auf dem Armaturenträger. Auch bei der Stromversorgung wurde vom Hersteller nicht gespart. Hier findet man zahlreiche USB und USB-C Steckdosen sowie ein Ladepad zur induktiven Stromversorgung von Smartphones.

Wachsende Dimensionen

Unterhalb der neu gezeichneten Karosserie sitzt das umfassend aufgewertete Chassis gegenüber dem Vorgängermodell auf einen 50 Millimeter längeren Radstand und eine ebenso 50 Millimeter breiteren Spur. Der angepasste Radstand soll unter anderem für einen idealeren Böschungswinkel und einer verbesserten Spurtreue beim Offroaden sorgen.

Auf der zum Vorgänger um ebenfalls 50 Millimeter in der Breite gewachsenen Ladefläche, gibt es zukünftig Stahlrohrschienen mit Befestigungsankern für Ladung und Zubehör. Die Heckklappe verfügt auf der Innenseite über ein integriertes Messlineal und Klemmvorrichtungen für das Fixieren, Ausmessen und Zuschneiden von Materialien.

Ein Diesel vom F-150 und die Hoffnung auf einen Plug-in-Hybrid

Neben dem bereits bekannten 2,0-Liter-Vierzylinder-Biturbodiesel mit 213 PS und 500 Newtonmeter sowie einer Sechsgang-Schaltung beziehungsweise einer Automatik mit 10 Fahrstufen, gesellt sich die neue Topmotorisierung hinzu. Der 3,0-Liter-V6-Turbodiesel trieb schon den großen Full-Size-Pick-up F-150 in den USA an. Das Aggregat kommt auf eine Leistung von 253 PS und einem maximalen Drehmoment von 597 Newtonmeter. Der Motor wird ebenfalls an das 10-Gang-Automatikgetriebe gekoppelt. Des Weiteren hat Ford den Vierzylinder-Turbodiesel mit einer Sechsgang-Schaltung oder einer Sechsgang-Automatik im Programm.

Benziner, wie zum Beispiel der im aktuellen US-Ranger angebotene 2,3-Liter-EcoBoost-Vierzylinder, wird es in Europa nicht geben. Dafür könnten es aber zukünftig Plug-in-Hybrid-Motoren unter die Haube schaffen. Wann diese genau kommen, lässt uns Ford noch nicht wissen. Auch unklar ist, welche Motorisierung die noch unveröffentlichte Utra-Offroad-Version namens Raptor bekommen wird.

Bestätigt sind hingegen Neuigkeiten bei den Allradantrieben. Erstmals bietet Ford zwei Systeme für den Ranger an. Einen elektronisch während der Fahrt zum Heck zuschaltbaren Vorderradantrieb, sowie einen permanenten Allradantrieb.

Die Linkslenker kommen zuerst auf den Markt

Die Europaversionen des Pick-ups werden im Ford-Werk in Südafrika produziert. Doch zuerst sind die Linkslenkermodelle für den thailändischen und australischen Markt dran. Erst Ende 2022 kann man laut dem Hersteller mit den ersten Bestellmöglichkeiten für den neuen Ranger in Europa rechnen. Anfang 2023 sollen dann die ersten Exemplare an Kunden ausgeliefert werden. Preise sind noch keine bekannt.