Rund um Osterode am Harz wird der achte von neun gemeinsamen Läufen des ADAC Rallye Masters und der DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) ausgetragen. Die ADAC Rallye Niedersachsen (09. - 10. September 2016) bildet den Auftakt einer extrem spannenden Schlussphase der Saison 2016. Die Entscheidungen fallen erst in den beiden letzten Läufen. In der DRM liegen Fabian Kreim (Fränkisch-Crumbach) und sein Co-Pilot Frank Christian (Oberhausen) im Fabia R5 von Skoda Auto Deutschland mit 132 Punkten an der Spitze. Nur neun Zähler weniger haben Christian Riedemann (Sulingen) und seine belgische Co-Pilotin Lara Vanneste im Peugeot 208 T16 R5 vom Team Peugeot Deutschland ROMO auf dem Konto. Das entscheidende Zünglein an der Meisterschaftswaage könnte der norwegische WM-Pilot Mads Østberg sein, der im Ford Fiesta R5 die 13 Asphaltprüfungen über 124,09 Kilometer rund um Osterode nutzt, um sich auf die kommenden WM-Läufe vorzubereiten. Auch die 2WD-Wertung für Fahrzeuge mit nur einer angetriebenen Achse innerhalb der DRM ist noch lange nicht entschieden. Hermann Gaßner junior (Surheim) und seine österreichische Co-Pilotin Ursula Mayrhofer liegen im Toyota GT 86 R3 mit 112 Punkten vorn. Mit zuletzt zwei Siegen schoben sich Philipp Knof / Anne Katharina Stein (Wülfrath / Wutha-Franroda) im Citroën DS3 R3T bis auf zehn Zähler heran. Hier können insbesondere Carsten Mohe / Alexander Hirsch (Crottendorf / Tannenberg) im Renault Clio R3T entscheidend in die Punktevergabe eingreifen. In der Gesamtwertung des ADAC Rallye Masters ist den Titelverteidigern Hermann Gaßner senior / Karin Thannhäuser (Surheim / Ufering) im Mitsubishi Lancer der Sieg nicht mehr zu nehmen. In den Divisionen stehen aber noch spannende Entscheidungen an.

Die vollständigen Punktestände, News und Hintergrundinformationen zum ADAC Rallye Masters und der DRM gibt es unter www.adac.de/rallye-masters und www.adac.de/drm sowie im ADAC Rallye Hub (www.adac.de/rallyehub) im Internet. Das Geschehen bei der ADAC Rallye Niedersachsen ist in einer Woche bei TV-Partner Sport1 zu sehen - im DRM-Magazin am Samstag, 17. September ab 13:30 Uhr.

Das historische Rathaus von 1552 in Osterode am Harz bildet das stimmungsvolle Ambiente für den Auftakt zur ADAC Rallye Niedersachsen. Am Freitag rollen hier ab 18.21 Uhr die ersten Teilnehmer über die Startrampe. Vor der Übernachtungspause stehen zwei Wertungsprüfungen (WP) auf dem Fahrplan. Von besonderem Interesse für die Fans ist dabei der Zuschauerrundkurs ‚Ührde' ab 19.07 Uhr. Ab 08.00 Uhr startet die Samstagsetappe mit elf weiteren WPs. Auf den Klassikern wie ‚Elbigerrode', ‚Hattorf' oder ‚Eisdorf' fallen die sportlichen Entscheidungen. In den Servicepausen auf der Bleichestelle in Osterode (10.29 Uhr, 13.13 Uhr und 15.52 Uhr) haben die Fans die Gelegenheit, Teams und Fahrzeuge aus aller Nähe zu betrachten. Die Zielankunft mit der Siegerehrung findet dann ab 18.58 Uhr vor dem historischen Rathaus statt.

Nur neun Punkte trennen die beiden Spitzenreiter in der DRM vor den beiden finalen Läufen, maximal 56 Zähler gibt es bei der ADAC Rallye Niedersachsen und beim Finale, der ADAC 3-Städte-Rallye im Oktober, noch zu gewinnen. "Die Ausgangssituation hat sich dadurch nicht geändert, unser Ziel ist es, Deutscher Meister zu werden und dafür geben wir alles", sagt Tabellen-Leader Fabian Kreim. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport gewann im vergangenen Jahr in Osterode. "Hier gibt es einige Streckenabschnitte die sehr anspruchsvoll sind mit vielen Cuts. Vor allem wenn das Wetter wechselhaft sein sollte, wird es sehr spannend." Dem Vergleich mit dem WM-Starter Østberg sieht er gelassen entgegen. "Mads wird auf jeden Fall sehr schnell sein, aber ich fahre gegen Christian (Riedemann) um die Meisterschaft und konzentriere mich darauf." Ähnlich sieht es Riedemann: "Der Start eines WM-Profis ist immer etwas Besonderes, wir haben so den direkten Vergleich zur internationalen Spitze und so zeigt sich, welche Qualität die DRM an der Spitze hat." Der Peugeot-Pilot und zweifache Saisonsieger ergänzt: "Wir müssen beide Läufe gewinnen, nur so können wir aus eigener Kraft die Meisterschaft gewinnen. Ich kenne die Rallye recht gut, freue mich auf den kleinen Schotter-Anteil und die teilweise sehr engen Wirtschaftswege mit ihrem rutschigen Asphalt." Doch hinter dem Führungstrio mit Østberg, Kreim und Riedemann lauern angeführt vom Meisterschaftsdritten Dominik Dinkel (Rossach) im Skoda Fabia S2000 eine ganze Reihe weiterer Protagonisten, die auf die Podestplätze schielen.

In der 2WD-Wertung schob sich Philipp Knof im Citroën DS3 R3T mit zuletzt zwei Siegen dicht an Tabellenführer Hermann Gaßner Junior im Toyota GT 86 R3. Dennoch ist Gaßner zuversichtlich: "Die Zeiten der letzten Rallyes geben Hoffnung, dass wir auch in Niedersachsen wieder mit um den Sieg kämpfen können, und genau das haben wir vor. Die Top-Gegner sind natürlich wieder die üblichen ‚Verdächtigen' wie Philip Knof und Carsten Mohe." Knof hat ebenfalls klare Ziele. "Die Rallye sauber zu Ende fahren und vor Hermann (Gaßner junior) ins Ziel zu kommen." Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport weiß aber auch: "Carsten (Mohe) und Hermann werden mir das nicht leicht machen und waren zudem im vergangenen Jahr hier am Start. Aber wir sind gut vorbereitet."

Der Gesamtsieg im ADAC Rallye Masters 2016 ist Hermann Gaßner senior nicht mehr zu nehmen, da sein direkter Verfolger Ron Schumann (Limbach-Oberfrohna, Mitsubishi Lancer) in Osterode nicht antritt. An Niedersachsen hat Gaßner gute Erinnerungen, "vor allem an den Sieg bei der damaligen ADAC Welfen Rallye Niedersachsen im April 2006 bei strömendem Regen und teilweise im Schneematsch." Der vierfache deutsche Rallye-Meister und bislang dreifache Sieger im ADAC Rallye Masters besticht vor allem durch seine extreme Konstanz, sein einfaches Rezept. "Da muss man einfach ruhig bleiben, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Ein großes Lob an unsere Mechaniker für die tolle Vorbereitung und Betreuung der Autos vor Ort." Während Gaßner den Sieg in der Division 2 schon sicher hat, sind vor allem die Divisionen 4 (Gaßner junior und Knof) und 6 (Just, Sonntag, Rinke und Knacker) noch heiß umkämpft.