Die Saison des ADAC Opel Rallye Cup endete bei der ADAC 3-Städte Rallye, wie sie sieben Monate zuvor begonnen hatte - mit einer überzeugenden Vorstellung von Julius Tannert (25, Zwickau) und Jennifer Thielen (30, Moestroff). Das sächsisch-luxemburgische Duo feierte im Opel ADAM Cup des Teams Schmack Motorsport den sechsten Saisonsieg im achten Lauf und setzte damit einen perfekten Schlusspunkt auf ein Rallye-Jahr, das Tannert/Thielen bereits bei der ADAC Rallye Deutschland Ende August mit dem vorzeitigen Titelgewinn gekrönt hatten.

"Wir hatten zwar in Bezug auf die Tabelle keinen Druck mehr, dennoch wollten wir die Saison unbedingt mit einer Top-Leistung beenden", erklärte Tannert. "Zudem wussten wir ja, dass wir unter besonderer Beobachtung stehen. Die Sichtung, in der es um den Aufstieg ins ADAC Opel Rallye Junior Team 2016 ging und in die auch die Vorstellung bei der ADAC 3-Städte Rallye mit einfloss, war für uns Grund genug, voll konzentriert zu Werke zu gehen. Ich bin froh und glücklich, dass uns das nochmals so gut gelungen ist. Es war wirklich eine fantastische Saison."

Der Kampf um den Vizemeistertitel, dem beim Saisonfinale noch besondere Aufmerksamkeit galt, war schon vor Rallye-Halbzeit entschieden. Der 20-jährige Däne Jacob Lund Madsen und seine Beifahrerin Line Lykke Jensen strandeten bereits in der dritten Wertungsprüfung (WP) am frühen Samstagmorgen mit einem Problem an der Drosselklappensteuerung ihres ADAM. Yannick Neuville und Co-Pilotin Christina Kohl hatten mit ihrer dritten WP-Bestzeit soeben die Führung von Tannert übernommen, als dem 24-jährigen Belgier in WP5 ein Flüchtigkeitsfehler unterlief. "Wir waren etwas zu schnell und sind auf ein Feld gerutscht. Leider habe ich beim Versuch, wieder auf die Strecke zu fahren, einen Graben übersehen. Und aus dem sind wir nicht mehr herausgekommen", ärgerte sich Neuville. Die fünf Bonuspunkte für die meisten WP-Bestzeiten waren ein schwacher Trost für den jüngeren Bruder des WRC-Werkspiloten Thierry Neuville, der sich am Ende mit Rang drei in der Schlusstabelle begnügen musste.

So feierten die Finnen Samuli Vuorisalo/Eetu-Pekka Hellsten mit ihrem zweiten Platz bei der ADAC 3-Städte Rallye ihre siebte Podiumsklassierung in dieser Saison und damit standesgemäß auch die Vizemeisterschaft im ADAC Opel Rallye Cup 2015. "Glückwunsch an Julius, der das ganze Jahr über extrem stark unterwegs war", lobte der 24-jährige finnische Junioren-Meister. "Ich bin mit unserer Saison sehr zufrieden. Wir sind konstant an der Spitze mitgefahren und haben enorm viel gelernt, vor allem, was das Fahren auf Asphalt betrifft. Der Schritt in den ADAC Opel Rallye Cup war aus meiner Sicht jedenfalls goldrichtig."

Den dritten Rang beim Saisonfinale belegten mit Johannes Fürst/Peter Edinger zwei Gastfahrer, die wohl auch die meisten Experten nicht so stark erwartet hätten. "Ich bin vor drei Jahren hier meine letzte Rallye gefahren. Nach einigen Testkilometern im ADAM war das Gefühl allerdings gleich wieder da. Dennoch bin ich selber überrascht, wie gut es lief", freute sich der 28-jährige Pilot aus Tiefenbach, der jedoch als Gaststarter nicht punktberechtigt war. Den letzten Podestplatz in der Wertung des ADAC Opel Rallye Cups belegten damit zum zweiten Mal der 19-jährige Finne Emil Lindholm und seine um ein Jahr jüngere deutsche Beifahrerin Jennifer Lerch vor Niklas Stötefalke und Co-Pilotin Natalie Solbach-Schmidt. Einen starken Abschluss der Saison feierten auch Kevin Müller/Sina Hildebrandt sowie die rein weibliche ADAM-Besatzung Melanie Schulz/Bianca Lustig auf den Cup-Positionen fünf und sechs.

Die Ausfallquote beim Finale des ADAC Opel Rallye Cups 2015 war vergleichsweise hoch. Der zweite Cup-Gaststart von Autocross-Europameister René Mandel sowie Beifahrer Dennis Zenz endete in WP3 in einem Graben. Die Polen Jerzy Tomaszczyk/Michal Jucewicz begannen stark, landeten mit ihrem ADAM in WP7 aber ebenso neben der Strecke wie Patrick Orth/Thomas Fuchs in WP3, Michael Knapp/Valentin Langner in WP6 und Andre Wawrzyniak/Marcel Stauch in der ersten Wertungsprüfung am Freitagabend. Ein seltenes Problem in Form einer abgesprungenen Steuerkette stoppte Moritz Neumann und Dr. Bodo Kohring nach WP6.

Das bestplatzierte Team aus dem Czech ADAM Cup, der im Rahmen der ADAC 3-Städte Rallye ebenfalls sein Saisonfinale austrug, waren Petak/Benesova als insgesamt sechstschnellstes ADAM-Team bei der ADAC 3-Städte Rallye.