Sascha Schäfer (27, Muggensturm) kam beim fünften Saisonrennen des ADAC Motorboot Cup in Rendsburg (Landkreis Rendsburg-Eckernförde) dem Gewinn der Meisterschaft einen Schritt näher. Der Führende der Gesamtwertung gewann das erste Sprintrennen und belegte in zwei weiteren Läufen einen Podiumsplatz. "Man kann leider nicht immer gewinnen. Ich bin mit Rendsburg dennoch zufrieden, weil ich meinen Punktevorsprung in der Gesamtwertung vergrößern konnte", sagte Schäfer nach dem abschließenden zweiten Hauptrennen, das er auf dem vierten Platz beendete.

Zwei Siege für Ronny Mathys

Neuling Ronny Mathys (30, Schweiz) gelangen auf einem anspruchsvollen Sieben-Bojen-Kurs in Rendsburg zwei Siege. Er konnte das zweite Sprint- und das erste Hauptrennen für sich entscheiden. Da Mathys in den beiden anderen Läufen jeweils Rang zwei belegte, war er der große Gewinner dieses Rennwochenendes. In der Gesamtwertung verbesserte sich Mathys vom vierten auf den zweiten Platz. Er ist jetzt mit 52 Punkten Rückstand (ein Sieg in einem Hauptrennen gibt 40 Punkte) auf Schäfer der erste Verfolger des Gesamtführenden im ADAC Motorboot Cup.

Für Christian Tietz (35, Dresden) verlief das Wochenende hingegen nicht wie erwünscht. Auf einen vierten Platz im ersten Sprintrennen folgte eine Disqualifikation wegen eines Bojenfehlers im zweiten Lauf. Unmittelbar vor dem ersten Hauptrennen am Sonntag ereilte den Dresdner zudem ein technischer Defekt. Dieser zwang ihn dazu, den Lauf aus der Box in Angriff zu nehmen. Im abschließenden zweiten Hauptrennen sorgte Tietz mit einem Sieg für einen versöhnlichen Ausklang. Dennoch fiel er in der Gesamtwertung vom zweiten auf den vierten Platz zurück.

Quartett mit Titelchancen beim Finale

Nicht nur Mathys konnte Tietz in der Meisterschaftswertung überholen, auch Max Stilz (16, Kernen) zog mit vier dritten Plätzen an ihm vorbei. Damit belegt er nach Rendsburg auch in der Meisterschaft den dritten Rang. Aus organisatorischen Gründen mussten die für 4. und 5. Oktober geplanten Rennen in Lorch am Rhein abgesagt werden. Damit steht nur noch das Saisonfinale am 11. und 12. Oktober in Düren auf dem Programm, wo vier Piloten den Meistertitel im ADAC Motorboot Cup gewinnen können. 120 Punkte sind bei den letzten vier Läufen des Jahres noch zu vergeben. Somit haben neben Schäfer (522 Punkte) auch Mathys (470), Stilz (462) und Tietz (452) noch Chancen auf die Meisterschaft.

Die Stimmen der Top-Drei

Ronny Mathys (30, Schweiz), Zweifacher Sieger in Rendsburg:
"Die Freude über die beiden Siege ist riesig. Die technisch anspruchsvolle Strecke kam mir entgegen und das gesamte Wochenende hat viel Spaß gemacht. Besonders gut lief es für mich in den Kurven und den Beschleunigungsphasen. Aber auch bei den Starts konnte ich wieder zu meiner gewohnten Form zurückfinden. Ich habe an diesem Wochenende klar gesehen, wo meine Stärken und Schwächen liegen und woran ich in den nächsten Monaten noch arbeiten muss, damit ich in der nächsten Saison ganz vorne mitfahren kann."

Sascha Schäfer (27, Deutschland), Sieger 1. Sprintrennen:
"Man kann leider nicht immer gewinnen. Ich bin mit Rendsburg dennoch zufrieden, weil ich meinen Punktevorsprung in der Gesamtwertung vergrößern konnte. Ich hoffe, dass wir diese Führung im Saisonfinale über die Runden bringen können. Es sieht sehr vielversprechend aus. Ich musste in beiden Hauptrennen nicht mehr mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren. Aber wenn einem Piloten vor mir ein Fehler passiert, dann bin ich da. Der Kurs war einer der anspruchsvolleren im Kalender, aber ich mag solche Herausforderungen. Im Endspurt werde ich noch etwas an meiner körperlichen Fitness arbeiten und das Boot auf Vordermann bringen. Sicher haben wir den Titel noch nicht. Wir müssen für alles gewappnet sein."

Christian Tietz (35, Deutschland), Sieger 2. Hauptrennen:
"Wir hatten im ersten Sprintrennen Pech beim Start und im zweiten Lauf eine Disqualifikation wegen einer nicht korrekt passierten Boje. Im ersten Hauptrennen musste ich wegen Motorproblemen aus der Box starten. Die Motivation vor dem letzten Rennen war eigentlich im Keller, aber ich konnte meinen Kopf doch noch freibekommen. Vor dem letzten Lauf haben wir das Boot gründlich gecheckt und jede Schraube nachgezogen. Zum Glück konnte ich zum Abschluss noch gewinne. Das war wichtig, um meine Chancen auf eine Top-3-Platzierung in der Gesamtwertung am Saisonende zu wahren."