Starkes Feld nach der kurzen Sommerpause: Die ADAC Formel 4 begrüßt in Hockenheim beim dritten Rennwochenende einige neue Gesichter. Unter anderem erstmals dabei ist das italienische Team Iron Lynx, für das eine Rennfahrerin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten starten wird. Hamda Al Qubaisi (18) gibt ihr Debüt in der ADAC Formel 4 an der Seite von Leonardo Fornaroli (15, Italien). SPORT1 zeigt an jedem Wochenende mindestens ein Rennen live im frei empfangbaren Fernsehen, dazu sind Rennen auch bei SPORT1+ zu sehen. Alle Rennen gibt es online im Livestream mit deutschem und englischem Kommentar auf SPORT1.de, youtube.com/adac und adac.de/motorsport.

Hamda Al Qubaisi ist die jüngere Schwester von Ana Al Qubaisi, die sich als "erste Rennfahrerin der Vereinigten Arabischen Emirate" einen Namen gemacht hat. Die beiden kamen zum Motorsport durch ihren Vater Khaled Al Qubaisi, der im GT-Sport aktiv ist und unter anderem zweimal das 24-Stunden-Rennen von Dubai gewonnen hat. "Die beiden sind meine Idole, sie haben mich zum Motorsport gebracht. Ich kann es kaum erwarten, in der ADAC Formel 4 an den Start zu gehen. Ich war bereits in Hockenheim testen und freue mich extrem auf dieses Wochenende", sagt die 18-jährige Hamda Al Qubaisi: "Ich weiß, dass das Niveau in der deutschen Serie sehr hoch ist. Ich freue mich über diese Chance und darauf, viel Erfahrung zu sammeln."

Dass Hamda Al Qubaisi schnell ist, hat sie bereits unter Beweis gestellt: Bei der Formel-4-Meisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten holte sie drei Siege und schloss die Saison als Vierte ab. 42 Punkte trennten sie letztlich vom Meister Francesco Pizzi (15, Italien, Van Amersfoort Racing), den die 18-Jährige an diesem Wochenende in der ADAC Formel 4 wiedertreffen wird. "Für mich ist es normal, gegen Jungs anzutreten. Ich fände es toll, wenn wir bald mehr weibliche Fahrer hätten - und ich weiß, dass die Zahlen langsam, aber sicher steigen", so Al Qubaisi: "Das ist ein sehr gutes Zeichen, weil immer mehr Frauen eine Chance erhalten, Motorsport zu betreiben."

Die ersten beiden Rennwochenenden auf dem Lausitzring und dem Nürburgring dominierte Red-Bull-Junior Jonny Edgar (16, Großbritannien, Van Amersfoort Racing). Drei der bisherigen Rennen hat Edgar gewonnen - entsprechend souverän führt er die Meisterschaft an. Mit 109 Punkten im Gepäck reist der Brite nach Hockenheim, dahinter folgen mit 20 Zählern Rückstand Elias Seppänen (16, Finnland, US Racing) und Edgars Teamkollege Jak Crawford (15, USA) mit 62 Punkten. Entschieden ist die Meisterschaft natürlich längst noch nicht, schließlich sind noch 15 Rennen zu fahren. Klar ist aber, dass Edgar in der Form der ersten beiden Rennwochenenden zu den Titelanwärtern zählt.

Vom Titel träumt auch Joshua Dürksen (16, ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) - und er hat dabei einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Der junge Mann aus Paraguay, der in Berlin wohnt, bestreitet in diesem Jahr seine zweite Saison in der ADAC Formel 4 und kennt daher bereits alle Strecken, auf denen die Highspeedschule des ADAC fährt. Und an Hockenheim hat Dürksen gute Erinnerungen: 2019 fuhr er dort im ersten Rennen als Dritter aufs Podium. An diesen Erfolg will er nun anknüpfen, in der Gesamtwertung ist er momentan Sechster.

Ebenfalls wieder dabei ist das Prema Powerteam mit Sebastian Montoya (15, Kolumbien), der Sohn des früheren Formel-1-Fahres Juan Pablo Montoya. Montoya Junior hatte Mitte August beim Rennwochenende auf dem Nürburgring sein Debüt in der ADAC Formel 4 gegeben und als bestes Ergebnis zwei achte Plätze geholt. Noch besser lief es dort für seinen Teamkollegen Gabriele Mini (15, Italien), der auf dem Nürburgring einen Sieg und insgesamt 55 Punkte einfuhr. Neben Montoya und Mini startet Dino Beganovic (16, Schweden) für das Team, das 2020 bei ausgewählten Events in der ADAC Formel 4 dabei ist.

Bei US Racing, Rennstall der beiden Chefs Gerhard Ungar und Ralf Schumacher, ist die Stimmung nach den ersten Eindrücken der neuen Saison ebenfalls gut. Seppänen hat sich als erster Verfolger von Tabellenführer Edgar etabliert, und bei den Rookies trumpft der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Tim Tramnitz (15, Hamburg) bislang groß auf. Die Rookie-Wertung führt er nach sechs von 21 Rennen souverän mit 116 Punkten an, und auch in der Gesamtwertung ist der junge Hamburger gut platziert: Als Vierter hat alle Chance, oben anzugreifen - ein gutes Wochenende in Hockenheim vorausgesetzt.