Es war eine Einlaufkurve von zwei Jahren, die Mercedes benötigte, um mit dem SLS AMG GT3 endlich einen Gesamtsieg beim Langstreckenklassiker in der Eifel einzufahren. Der erste Gesamtsieg eines Mercedes-Benz ist unter anderem durch ein funktionierendes Fahrzeug unter allen Bedingungen zustande gekommen. Für Bernd Schneider ist der Sieg ein besonderes Wiedergutmachungs-Geschenk des Nürburgrings, nachdem der fünffache DTM-Meister im Vorjahr einen sicheren dritten Platz durch einen Kühlerschaden verloren hatte. Mercedes brachte drei Fahrzeuge auf die ersten vier Plätze, nur die unglaubliche Aufholjagd von Maxime Martin verhinderte einen Dreifachsieg.

Die für den Gesamtsieg favorisierten Flügeltürer mit den Startnummern 9 (Black Falcon), 22 und 23 (jeweils ROWE Racing) hielten sich in der trockenen Anfangsphase unauffällig, aber stetig in der Spitzengruppe. Zu jenem Zeitpunkt hätte vermutlich niemand sein Geld auf die Boliden aus Affalterbach gewettet. Es war ein Fall von 'heimlich, still und leise', wie sich die Sternenfahrer nach vorn arbeiteten. Während nach dem Restart die Fahrt von Maxime Martin gefeiert wurde, fuhr sich der Black-Falcon-SLS Platz um Platz nach vorn.

Die ROWE-Mercedes verloren am Montag-Vormittag Zeit auf die Markenkollegen von Black Falcon - Foto: Patrick Funk
Die ROWE-Mercedes verloren am Montag-Vormittag Zeit auf die Markenkollegen von Black FalconFoto: Patrick Funk

Das Geheimnis für den Sieg lag in der Gutmütigkeit des Fahrzeugs und der konkurrenzfähigen Performance unter allen Bedingungen. Während Audi und Aston Martin bei Trockenheit auftrumpften und BMW im Nassen überlegen war, konnten die SLS unter allen Bedingungen gut mithalten, im Regen war man fast auf Augenhöhe mit BMW, solange nicht Maxime Martin am Steuer saß. Dass es am Ende für Black Falcon gereicht hat, lag insbesondere an der starken Fahrt von Bernd Schneider am späten Vormittag. Im Gegensatz zu Marc VDS setzte das Team von Alex Böhm zudem zur Mittagszeit am Montag auf Slicks, was den entscheidenden Vorteil gegenüber dem BMW-Team brachte.

Der wahrscheinlichste Grund für die starke Vorstellung dürfte beim Setup zu suchen sein: Während Audi und Aston Martin im Trockenen auf und davon fuhren und die ersten Rennstunden dominierten, setzten die Mercedes-Teams auf ein Setup, das bei allen Bedingungen funktionierte. Die Gutmütigkeit und Zuverlässigkeit des Autos, die von den Fahrern bereits in Bathurst gelobt worden war, tat ihr Übriges. Black Falcon holte auf leicht feuchter Strecke etwas mehr aus dem Boliden als ROWE Racing, weshalb am Ende Bernd Schneider/Jeroen Bleekemolen/Sean Edwards/Nicki Thiim die Nase vorn hatten.